"Wie krank war Hitler wirklich?" von David Irving

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Packard
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"Wie krank war Hitler wirklich?" von David Irving

Beitrag von Packard » 02.06.2008, 14:00

Dieser englische Historiker schreibt absolut faszinierend. Er hat sich auf Hitler spezialisiert und eine ganze Reihe Bücher herausgebracht.

Er benutzt offenbar sehr seriöse Recherchemethoden und fügt einen ausführlichen Quellennachweis an. Wenn ich das auch nicht selber alles überprüft habe erscheint er mir doch sehr glaubwürdig.

Zu Recht hat er Hitlers Krankengeschichte in einem Buch gesondert beschrieben. Was man da zu Lesen bekommt ist schon erstaunlich. Wer hätte gedacht, daß sein Leibarzt Morell ihm 18 Monate lang Strychnin gab? Und der HNO Spezialist Giesing ihn mit Kokain behandelte?

Morell gab ihm regelmäßig Spritzen, meist Vitamine und Traubenzucker oft auch Herz und Leberextrakte aus einem Schlachthaus. Und Pillen wie "Ultraseptyl", ein Sulfonamidpräparat. Aber da sind es vor allem die "Antigaspillen", die eigentlich den Verdauungstrakt heilen sollen, die Erstaunen erregen.

"Es war eine kleine flache Aluminiumdose: "Antigaspillen, Dr. Köster, Berlin": Die Zusammensetzung lautete 'Extr.nux. vomic. 0,04; Extr. bellad 0,04.` Mit anderen Worten : Die kleinen schwarzen Pillen enthielten vor allem Strychnin und Atropin."

Mit noch anderen Worten Rattengift und Tollkirsche.

"Linge hatte ihm erzählt, daß Hitler bei heftigen Verdauungsbeschwerden stets 8 - 16 dieser kleinen schwarzen Pillen pro Tag zu schlucken pflegte."

Insgesamt zog sich das über 18 Monate hin, mit 2-3 wöchigen Pausen. Strychnin hat aber eine akkumulierende Wirkung. Es sammelt sich im Körper an und kann dann plötzlich wirken als hätte man eine größere Dosis auf einmal geschluckt.

"Heinz Linge schien sich keine Gedanken zu machen, als von Hasselbach und Giesing sich noch einmal bei ihm nach den Pillen erkundigten. Er meinte: Professor Morell habe diese Pillen nun seit 18 Monaten verschrieben, und offenbar wisse er nicht, was sie enthielten. Hitler selbst wußte es ganz sicher nicht. Beide hielten sie wohl für einfache Kohletabletten."

Aber auch die Spritzen wurden ständig mehr.

" Es scheint unglaublich, daß irgenein Mensch von Verstand sich freiwillig solch einer ständig weiter ausufernden Medikation so viele Jahre unterworfen haben soll. "

Doch Hitler hatte nur seine politischen Ziele im Kopf. Alles was seine Gesundheit betraf überließ er Leibarzt Morell. Der sollte Hitlers Körper mit Spritzen und Pillen funktionsfähig erhalten. Ständige Hinweise mal spazierenzugehen ignorierte er konsequent.

"Daß ihr alle immer mir meine Zeit vorschreiben wollt! Die zwei oder drei Jahre, die ich noch leben und arbeiten muß für mein Volk halte ich noch durch."

Bei dem Stauffenbergattentat wurden seine Ohren verletzt. Das entwickelte sich zu einer Mittelohrentzündung. Von Dr. Giesing wurde dagegen eine Pinselung in den Nebenhöhlen mit 10%iger Kokainlösung angewandt. Hiervon war Hitler regelrecht begeistert.

"Die Kokainbehandlung bewirkte eine spürbare temporäre Erholung in Hitlers Befinden. Giesing wendete das Mittel jeden zweiten Tag an und notierte sich jeden Kommentar den Hitler dazu gab: 'Als ob ich überhaupt nicht krank bin...' - 'Ich wünschte, daß mein Kopf dauernd so frei wäre...'"

"Auf die Kokainbehandlungen duch Dr. Giesing freute er sich richtiggehend"

"...und so wollte er den Arzt bald täglich sehen."

"...und er fragte Dr. Giesing 'ob er diese angenehme Kokainpinselung nicht täglich ein- oder zweimal machen könne.' "

Er hatte es ja auch nicht leicht:

"Giesing gegenüber gestand Hitler ein, daß ziemlich schreckliche Träume, die zum Beispiel von Vorgängen an den Kriegsfronten handelten, ihn im Schlaf heimsuchten."

Der Medikamentenkonsum uferte immer weiter aus.

"Aber Hitler ignorierte Giesings Warnungen und Einwände und schluckte weiter, was Morell ihm an Pillen vorschrieb. Bei den Lagebesprechungen sahen es die Soldaten mit Unbehagen, wie Hitler mit seinen Vitamin- und anderen Tabletten herumfummelte und während der lange sich hinziehenden Sitzungen große Mengen davon verschlang."

Das Ende ist bekannt:

"Ende März 1945 war Hitler nicht mehr fähig nehr als dreißig Meter zu gehen , ohne nach irgend etwas Festem zu greifen, das ihm Halt gab."

Morell warf er raus.

"Morell verlassen sie sofort das Zimmer. Sie wollen mich betäuben, damit man mich gewaltsam von Berlin fortbringen kann. Das wollen sie alle - aber ich gehe nicht."

Das Buch endet :

"Die neisten Medikamente die Morell verschrieb, waren ganz und gar harmlos. Moderne Experten haben seine vielen Hormonpräparate - besonders das 'Orchikrin' und das sogenannte 'Jigendelixier' - sogar als bloßen Plunder abgetan. Einzig das Schering-Produkt 'Testoviron', zur Bekämpfung von Hitlers Schlappheit angewendet war brauchbar.

Die Wirkungslosigkeit der anderen wird Morell sicher auch erkannt haben -mag sein, daß er sie dem pillenverrückten Hitler als Placebos gegeben hat. Eine gleich günstige Interpretation kann man aber nicht für Morells Penicillin- und Sulfonamidpräparate gelten: sie wurden bekanntlich als gefährlich toxisch analysiert.

Auch werden wir nie erfahren, ob und wie Hitlers Strategie und Kriegsführung sich geändert hätten, wenn er seine Entscheidungen nicht in euphorischen Trancezuständen getroffen hätte, die von dem hochdosierten Strychnin herrührten und das er seit Stalingrad über so lange Zeit hinweg eingenommen hatte.

Vielleicht hat Fahrlässigkeit niemals zuvor eine größere Rolle in der Weltgeschichte gespielt. Doch Morell würde eben dies leugnen. Als er mit Professor Brandt in der amerikanischen Zelle saß, sagte er einmal zu ihm, wobei er mit seiner schlaffen Hand bedeutungsvoll durch die Luft fuhr:

'Eigentlich ist Hitler nie krank gewesen...' ".

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Beitrag von Roy » 02.06.2008, 18:05

David Irving? Der Holocaustleugner??

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Beitrag von |FrEaK|Safran » 02.06.2008, 21:04

David Irving? Der Holocaustleugner??
Er benutzt offenbar sehr seriöse Recherchemethoden und fügt einen ausführlichen Quellennachweis an. Wenn ich das auch nicht selber alles überprüft habe erscheint er mir doch sehr glaubwürdig.
:ccc4 :ddd5 :ccc4

Denke aber nicht, dass es sich um ein und die selbe Person handelt :roll:
Nix Signatur, wir haben Weltwirtschaftskrise, da wird an ALLEM gespart, egal wie unsinnig es auch ist ;P

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Beitrag von Roy » 02.06.2008, 21:12

Doch, es ist der gleiche. Ich verweise auf den englischen Wikipediaartikel.

Vlt. war er 1980 (als er den Artikel schrieb) noch anders drauf.
Aber man sollte es im Hinterkopf behalten ;)

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Beitrag von Packard » 02.06.2008, 22:15

Roy, schreib mal genauer was du meinst, am besten mit Links. Was ich bisher von David Irving gelesen habe mußt du jemand anders meinen.

Ich habe die 1. Hälfte von dem Buch über die Kriegsjahre von Hitler gelesem, da ist die KZ-Sache sehr wohl erwähnt.

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Beitrag von Roy » 02.06.2008, 22:30

http://de.wikipedia.org/wiki/David_Irving
http://en.wikipedia.org/wiki/David_Irving

Das sagt Wiki, im englischen selbst steht mehr.
Ich selbst kenne ihn nicht wirklich, ich hatte nur seinen Namen in Erinnerung aus der Zeitung in Verbindung mit dem Prozess 2006. Er kam ja auch für einige Monate in den Knast.

Mehr weiß ich auch nicht.

Wenn man sich die Literaturliste im englischen Wiki anschaut, sieht man aber, dass das Buch von ihm kommt.

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Beitrag von Packard » 02.06.2008, 23:19

Also nach den Links müßte man das vielleicht doch mal überprüfen.

Es ist ein heikles Thema, es ist eben schon lange her. Den Originalquellen kann man auch nicht immer trauen, ist ein beliebtes Feld für Fälscher und auch viel Geld zu holen. Siehe Konrad Kujau mit seinen "Hitlertagebüchern".

Gibt es denn noch andere Quellen, wo diese "Antigaspillen" erwähnt werden?

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Beitrag von Packard » 03.06.2008, 09:16

Es gibt sie anscheinend.

"Niemand, glaubt Dundes, habe die abgründige Doppelnatur des deutschen Wesens eindrucksvoller verkörpert als der Österreicher Adolf Hitler - ein Analcharakter, wie er bei Sigmund Freud im Buche stehen könnte. Zeitlebens war dem Nazi-Führer, der aus Furcht vor Blähungen stets eine Schachtel mit "Dr. Köster''s Anti-Gas-Pillen" bei sich trug, eine "zwanghafte Neigung zu übermäßiger Sauberkeit" eigen. "
(Spiegel.de)

Daß der Führer sie stets bei sich trug ist bei Irving nicht erwähnt. Dort steht, er fand sie auf einem Teller vor, den ihm seine Diener hinstellten. Anscheinend hat der Spiegel noch andere Quellen.

Hier ist übrigens das ganze Buch als Html-Version, Pdf gibt es da auch. Die Html Version bricht vorzeitig ab, aber das Pdf ist vollständig.

http://209.85.135.104/search?q=cache:ZN ... d=11&gl=de

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Beitrag von GeorgiSchukow » 03.06.2008, 13:05

Kleine Frage am Rande...was ist ein Analcharakter?

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Beitrag von plastique » 03.06.2008, 14:41

Damit wird auf die "Anale Phase" nach Freud verwiesen. "Analcharakter" sollen Personen sein, die etwa quasi zwanghaft andere Menschen bezüglich ihres Sexualverhaltens kritisieren und Probleme mit Autoritäten haben.
Ursache hierfür, so Freud, ist eine in Kindheitsjahren zurückliegende Erfahrung, bei/in der man von Erwachsenen (z.Bsp. den eigenen Eltern) mit dessen Ekel bezüglich eines bestimmten Körpersekrets konfrontiert wurde. Da diese Erfahrung, diese Beschämung, nicht verarbeitet wurde, formen sich solche Menschen zu einem Analcharakter (wenn man so will).
Google einfach mal danach, falls es Dich weiter interessiert.

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Beitrag von GeorgiSchukow » 03.06.2008, 20:07

Danke Schonmal für die rasche Antwort :D

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