D - Franz von Werra

Hier wird über alles diskutiert das in die Zeit des 2. Weltkriegs fällt.
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Krupp
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D - Franz von Werra

Beitrag von Krupp » 18.10.2003, 16:31

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>Franz von Werra<

• Geb.14.07.1914 Leuk, Kanton Wallis/Schweiz
• Gest.25.10.1941 Holland
• Hauptmann der Luftwaffe/Jagdflieger

Auszeichnungen:
• Ritterkreuz I.Klasse am 14. Dezember 1940

Als siebentes von acht Kindern wurde Franz von Werra in Leuk/Schweiz geboren. Sein Vater war der Notar Leo Baron von Werra und seine Mutter war Henriette, geb. von Wolff.
Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten mussten Franz und seine Schwester Emma-Charlotte, durch Vermittlung eines Verwandten, zur Adoption freigegeben werden. Beide kamen so zum kinderlosen Ehepaar des Majors Oswald Carl nach Deutschland.
Seit dem 26. August 1917 besass Franz die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Carls wohnten in ihrem Schloss Donaueck in Beuron (Hohenzollern) und zogen nach der Inflation nach Köln.
Franz besuchte zunächst das Gymnasium in Sigmaringen und später eine Höhere Lehranstalt in Köln.
Franz und seine 3 Jahre ältere Schwester Emma verband eine innige Geschwisterliebe die auch nicht durch die spätere Trennung der beiden, durch verschiedene Pläne und Ziele abriss.
Durch den regen Briefverkehr der beiden, konnte sie immer Kontakt halten.
Im September 1932 verließ er sein zuhause, um als blinder Passagier auf dem Frachter "NIEDERWALD" nach Amerika zu gelangen. Er wurde entdeckt und musste seine Überfahrt erarbeiten. Kurz vor weihnachten kehrte er zurück und entschied sich den Namen Carl abzulegen und wieder seinen alten Familiennamen anzunehmen.
Franz von Werra verliess die Schule als Unterprimaner und arbeitete zuerst als Hilfspolizist, dann als Gelegenheitsarbeiter und schließlich als Hilfsarbeiter in einer Autoschlosserei.
Mit Beginn des Aufbaus der Wehrmacht meldete er sich zur Luftwaffe und bestand alle strengen Prüfungen und wurde als Offiziersanwärter eingestellt. Vorher begann er eine Segelfliegerausbildung.
Mit Beginn des Krieges diente von Werra in der I. Gruppe des Jagdgeschwaders 1 in Jesau bei Königsberg. Erflog während des Polenfeldzuges Einsätze von Arys aus.

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Ab September 1939 lag die Gruppe auf dem Fliegerhorst von Jever und stand im Einsatz zum Schutz der Nordseeküste.
Nach dem Frankreichfeldzug wurde er in den Stab der II. Gruppe berufen und am 01. August 1940 zum Oberleutnant befördert, so wurde er Adjutant der II. Gruppe des Jagdgeschwaders 53, mit dem er täglich Einsätze gegen England flog.
Am 30. August 1940 wurde ein Bericht eines Husarenstücks von Werras im Rundfunkbericht geschildert, wie er auf dem Rückflug von einem Einsatz im Raum Dover-London zurückkehrte und dabei von der Themsemündung aus über den Kanal fliegen wollte. dabei entdeckte er einen britischen Feldflugplatz auf dem 6 britische Jäger zur Landung ansetzten. Er schoss 3 von ihnen ab und kehrte wieder heim.
Am 05. September 1940 musste Werra nach einem Treffer in den Motor in der Grafschaft Kent notlanden. Noch bevor er die Maschine vernichten konnte, geriet er in Gefangenschaft. Sein britischer Gegenspieler war Oberleutnant Webster von der 41. Jagdschwadron der RAF.

- Die Bf-109 nach der Notlandung in der Grafschaft Kent
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Von Werra kam daraufhin in das Lager Grizedale in Nordengland. Selbst nach zahllosen Verhören war er nur von einem Gedanken beseelt - Flucht.
Am 07. Oktober unternahm er die geplante Flucht, während eines Ausganges bewacht durch Lagerpersonal. Von den 24 Flüchtigen kehrten 23 ins Lager zurück, nur Werra blieb verschwunden. Nachdem man ihn allerdings zweimal einfing wurde er in das Lager Swanwick verlegt nachdem er 21 Tage Arrest ableisten musste. Hier ersann er erneut einen Fluchtplan und grub sich einen Tunnel aus dem er am 20. Dezember 1940 mit 4 weiteren Kameraden flüchtete. Auch hier blieb er als einziger verschwunden.
Als Einzelgänger gab er sich als holländischer Hauptmann aus und gelang so zum britischen Flughafen Huckknall. Dort wurden Nachwuchspiloten ausgebildet und Rolls Royce testete neue Jagdmaschinen. Er saß bereits in einer dieser Maschinen, als er von einem Offizier verhaftet wurde. Dies brachte ihm erneut 14 Tage Arrest ein.
Da man eine deutsche Landung befürchtete wurden die deutschen gefangenen nach Kanada überführt, so verließen am 10. Januar 1941 1000 deutsche Kriegsgefangene an Bord der "DUTCHESS OF YORK" Großbritannien. Werra spielte mit dem Gedanken das Schiff in die Hand der deutschen zu bringen, was er jedoch abtat.
Werra sprang auf dem Eisenbahntransport in den Westen Kanadas vom Zug und schlug sich in Richtung amerikanischer Grenze durch. Er überquerte die Grenze und betrat als erste amerikanische Siedlung das Örtchen Ogdensburg.
Da man befürchtete das er an die britischen Behörden ausgeliefert werden würde schlug er sich mit falschem Pass nach Mexiko durch und gelangte nach einer Odyssee durch Lateinamerika von Peru bis nach Brasilien und von da aus nach Spanien, Italien nach Deutschland zurück.
Dort wartete in Berlin ein Wagen, der ihn zu Reichsmarschall Göring nach Karinhall brachte. Der beförderte ihn zum Hauptmann. Dann empfing ihn Hitler und überreichte ihm das Ritterkreuz, das ihm bereits am 14. Dezember 1940 verliehen worden war.
Nach dem Beginn des Russlandfeldzuges meldete sich Werra zum Fronteinsatz. Er wurde Kommandeur der I. Gruppe des Jagdgeschwaders 53 und erhöhte seine Abschusszahl in kürzester Zeit auf 21.
Am 22. August 1941 heiratete er Elfi Traut in Beuron.
Im September 1941 wurde die Jagdgruppe Werras an die Südwestküste Hollands verlegt. Dort ereilte Werra am 25.Oktober 1941 das Schicksal.

- Franz von Werras Messerschmitt Bf 109E-4, II/JG 3
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An diesem Tag startete er zu einem Übungsflug, bei dem er mit seiner Bf-109 plötzlich vorn abtauchte und in den Atlantik stürzte.
Seine Begleitflugzeuge drehten noch mehrere schleifen um vielleicht noch was zu sehen.
Aber Franz von Werra tauchte nicht mehr auf und wurde nie mehr gefunden!
Der Atlantik wurde seine letzte Ruhestätte.
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Beitrag von Krupp » 03.11.2006, 23:50

Der Film zur Biographie:

>Einer Kam durch<

Gruss

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