Fragen zur SS

Hier wird über alles diskutiert das in die Zeit des 2. Weltkriegs fällt.
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Niels
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Fragen zur SS

Beitrag von Niels » 23.10.2004, 12:09

hi
hoffe macht nicht das ich das SchutzStaffel
ausgeschrieben :roll:

naja ich habe ein paar Fragen ...

auf dieser Seite des Lexikons der Wehrmacht steht etwas
von Freiwilligen Divisionen aus z.B. Norwegen und Lettland ...
nun meine Frage

1. Bestanden Diese Einheiten wirklich aus Norwegern etc. ?!

2. Waren das Volksdeutsche oder wirkliche Norweger ?!

3. Wieso nahm die SS denn Freiwillige aus den Staaten auf
und nicht nur die Wehrmacht ?!

4 Gab es dahinter einen "tieferen Sinn" ( z.B. das gesagt wurde, dass
nur Skandinavier auch in die SS dürfen oder so ? )

wäre schön wenn mir da jemand weiter helfen könnte

mfg Niels
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Majo
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Beitrag von Majo » 23.10.2004, 12:56

Also,das wird jetz etwsa länger...

Ich zitiere aus Raymond Cartier "Der Zweite Weltkrieg Band 2" , S.724/25

" Die Waffen-SS, ursprl. das marschierende Symbol der germanischen Rasse, repräsentierte als erste militärische Institution die später so charakteristische Völkervielfalt der deutschen Streitkräfte. Seit 1940 stand sie Freiwilligen aus der westeuropäischen Ländern offen, und zwar dank der persönlichen Initiative Himmlers.[...] Bald darauf wurden aus franz., belg., holl. und skandinavischen( !) Freiwilligen die Brigaden beziehungsweise Divisionen " Charlemagne", "Wallonien", " Nederland" und "Nordland" gebildet.
[...]Das Dritte Reich ging andere Wege, um sich das Menschenpotential des Ostens nutzbar zu machen.
Zuerst geschah dies durch Heranziehung antibolschewistischer und antirussischer Minderheiten[...]: Ukrainer , Aserbaidschaner, Georgier, Armenier, Kosaken, Mongolen und andere Völkerschaften.
Einen anderen Fall stellten die Volksdeutschen dar (!), die sich zu ihrer deutschen Abstammung bekannten. Man gab ihnen die Möglichkeit, nach einer Bewährungszeit von zehn Jahren die Staatsangehörigkeit zu erwerben, und erwies ihnen in der Zwischenzeit die Ehre, sie automatisch in der Wehrmacht einzubeziehen. Bei den Mannschaften betrug ihr Anteil oft bis zu 8 %.
[Hier nun eine Aufzählung der Truppen im Westen, die einer Aufzählung des amerikanischen Historikers G.A. Harrison zugrundeliegt]:Franzosen, Italiener, Kroaten, Ungarn, Rumänen, Polen, Finnen, Letten, Litauer. Nordafrikaner, Neger, Asiaten, Russen, Ukrainer, Rutheten, Baschkiren, Nordkaukasier, Georgier, Aserbaidschaner, Armenier, urkmenen, Wolgatataren, Wolgafinnen, Krimtataren, Kalmücken, ja sogar Inder"
Die dort stationierten 76 Batallione boten also alles andere als einen "reinrassigen" arischen Anblick.


Hoffe das genügt, Niels, auch wenn der letzte Abschnitt weniger für dich relevant is. Deine Fragen hab ich jetzt auch nicht konkret beantwortet, weil ich mir dachte, dass dieser Textauszug( aus obiger Quelle) so unverändert alle deinen Fragen beantworten dürfte. :)

Gruß Majo :wink:
Aus der Geschichte der Völker lernt man,dass die Völker aus der Geschichte nichts gelernt haben!
...mit jeder Sekunde, die vergeht, erhöht sich die Dummheit in diesem Land!!

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Niels
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Beitrag von Niels » 23.10.2004, 13:23

ja danke Majo das
hat meine Frage geklärt. Ist schon komisch
hätte nicht gedacht das auch Inder und "Schwarze"
bei den deutschen mitgekämpft haben ?! :roll:
schon irgendwie wiedersprüchlich wenn man
als schwarzer bei sowas "fremdenfeindlich im Sinne von
Menschen Klassen etc. " mitmacht

mfg Niels
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Krupp
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Beitrag von Krupp » 23.10.2004, 16:01

Hallo Niels

Nachfolgend eine Liste aller 38 SS-Divisionen:

• 01.SS-Panzer-Division Leibstandarte Adolf Hitler
• 02.SS-Panzer-Division Das Reich
• 03.SS-Panzer-Division Totenkopf
• 04.SS-Polizei-Panzergrenadier Division
• 05.SS-Panzer-Division Wiking
• 06.SS-Gebirgs-Division Nord
• 07.SS-Freiwilligen Gebirgs Division - Prinz Eugen
• 08.SS-Kavallerie-Division Florian Geyer
• 09.SS-Panzer-Division Hohenstaufen
• 10.SS-Panzer-Division Frundsberg
• 11.SS-Freiwilligen Panzergrenadier -Division Nordland
• 12.SS-Panzer-Division Hitlerjugend
• 13.SS-Waffengebirgs-Division Handschar (Kroatische Nr.1)
• 14.SS-Waffen-Grenadier - Division (Galizische Nr.1)
• 15.SS-Waffen-Grenadier - Division (Lettische Nr.1)
• 16.SS-Panzergrenadier - Division Reichsführer SS
• 17.SS-Panzergrenadier - Division Götz von Berlichingen
• 18.SS-Freiwilligen - Panzergrenadier Division Horst Wessel
• 19.SS-Waffengrenadier - Division (Lettische Nr.2)
• 20.SS-Waffengrenadier - Division (Estnische Nr.1)
• 21.SS-Waffen Gebirgs - Division Skanderberg (Albanische Nr.1)
• 22.SS-Freiwilligen Kavallerie - Division
• 23.SS-Waffen Gebirgs – Division Kama (Kroatische Nr.2)
• 24.SS-Waffen Gebirgs – Division Karstjäger
• 25.SS-Waffengrenadier – Division Hunyadi + (Ungarische Nr.1)
• 26.SS-Waffengrenadier - Division (Ungarische Nr.2)
• 27.SS-Freiwilligen Grenadier - Division Langemarck
• 28.SS-Freiwilligen Panzergrenadier - Division Wallonien
• 29.SS-Waffengrenadier - Division (Italienische Nr.1)
• 30.SS-Waffengrenadier - Division (Russische Nr.2)
• 31.SS-Freiwillige Grenadier - Division
• 32.SS-Freiwilligen Grenadier – Division 30.Januar
• 33.SS-Waffengrenadier – Division Charlemagne (Franz. Nr.1)
• 34.SS-Grenadier - Division Landstorm Niederland
• 35.SS-Polizeigrenadier - Division
• 36.SS-Waffengrenadier - Division
• 37.SS-Freiwilligen Kavallerie - Division Lützow
• 38.SS-Panzergrenadier – Division Nibelungen

Mehr zur Schutz Staffel kannste auch >hier< entnehmen.

Gruss
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Beitrag von [GDC] Helmut » 23.10.2004, 16:11

Die Inder waren eine Widerstansagruppe gegen Briten in Indien natürlich. Sie trugen deutsche Uniformen und an deren Kragen war ein springender Tiger. Aufgrund der Entfernung konnten Sie nicht direkt mit Deutschland zusammenkämpfen.

Hier genaueres dazu!

Gruß, Helmut87 :wink:
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Schlavmutz
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Beitrag von Schlavmutz » 29.10.2004, 13:58

Majo hat geschrieben:Also,das wird jetzt etwas länger...
Ich mach's noch länger, auch auf die Gefahr hin, dass das Eine oder Andere schon mal gepostet wurde.

:wink:

Hier als Ergänzung noch ein zusammenfassender Bericht aus "Lexikon des Zweiten Weltkriegs"


Waffen-SS,


Seit November 1939 gebräuchliche Sammelbezeichnung für die bewaffneten Verbände der SS und Polizei. Die Waffen-SS umfasste mithin die bisherige Verfügungstruppe, die Totenkopfverbände und die Junkerschulen, ferner die aus Kräften der Ordnungspolizei neu aufgestellte Polizeidivision sowie die Angehörigen der zuständigen Zentraldienststellen (v.a. Ergänzungs-, Waffen- und Personalamt der Waffen-SS). Schon bald wurden teils aus haushaltsrechtliche Gründen, teils um bestimmte Personenkreise vor einer Einziehung zur Wehrmacht zu schützen, weitere SS-Einrichtungen - insbes. diverse Ausbildungsstätten sowie sämtl. KZ - zu Teilen der Waffen-SS erklärt.

War der Aufbau einer SS-eigenen Armee vor dem Krieg am Widerstand besonders der Heeresleitung gescheitert, so ermöglichte deren Einflussverlust in Verbindung mit den Zwängen des Krieges eine grundlegend neue Entwicklung. Die bewaffnete SS, die vor Kriegsbeginn nicht einmal im Divisionsverband bestanden hatte, verfügte gegen Kriegsende bei einer Gesamt-Iststärke von mehr als 600 000 Mann über (nominell) 38 Divisionen, 16 Generalkommandos und ein Armeeoberkommando (6. SS-Panzerarmee). Der Preis für diese stürmische Entwicklung war eine v.a. seit Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion zunehmende Aufweichung des - formell nie aufgegebenen - Freiwilligkeitsprinzips bei gleichzeitiger Lockerung der Tauglichkeitsbestimmungen sowie die Heranziehung einer wachsenden Zahl volksdt. und ausländischen Freiwilliger aus fast allen Ländern Europas und aus Kriegsgefangenen, die sich der deutschen Sache anschlossen (z.B. Inder). Der Wandel der Waffen-SS von einer kleinen Prätorianergarde zu einer schließl. nur noch in der Minderheit aus dt. Soldaten bestehenden multinationalen Massenarmee führte, zumal unter den Bedingungen des Krieges, sowohl zu einer allmählichen Erosion der weltanschaulichen Geschlossenheit der Waffen-SS als auch zu einer weitgehenden Einbuße ihrer militärischen Elitequalität. Die Konsequenz aus dieser Entwicklung war eine von der SS-Führung 1944 vorgenommene Dreiteilung der Waffen-SS. Deren Kern bildeten danach die nur aus "ordenfähigen" SS-Männern bestehenden "SS-Divisionen". Daneben gab es die mit nicht SS-tauglichen Deutschen und "Germanen" (d.h. West- und Nordeuropäern) aufgefüllten "Freiwilligendivisionen" sowie schließlich die aus nicht "germanischen", zumeist osteuropäischen Freiwilligen aufgestellten "Waffendivisionen" der SS.

Die militärische Qualität aller dieser Verbände war entspr. ihrer personellen Zusammensetzung und materiellen Ausstattung, ihrem Ausbildungsstand und der Qualität ihres sehr heterogenen Führerkorps höchst unterschiedlich. Der Ruf der an allen Fronten (mit Ausnahme Nordafrikas) eingesetzten Waffen-SS als einer militärischen Elite beruht auf den herausragenden Leistungen relativ weniger personell und materiell bestausgestatteter Verbände, die zumeist - wie die Divisionen "Leibstandarte", "Das Reich", "Totenkopf" oder "Wiking" - aus den Stämmen der Vorkriegs-SS hervorgegangen waren. Die Kehrseite der für diese Verbände charakteristischen Selbstaufopferungsbereitschaft war eine gegen Feind und Zivilbevölkerung oftmals rücksichtslose Kriegführung, die durch eine Fülle von Kriegsverbrechen belegt ist (u.a. Le Paradis, Klisura, Oradour, Malmedy). Deswegen und aufgrund der organisatorischen und personellen Verknüpfungen mit anderen Teilen der SS einschließlich des Vernichtungsapparates (Einsatzgruppen, Konzentrationslager u.a.) wurde die Waffen-SS im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher zur Verbrecherischen Organisation erklärt. In der Tat war die Waffen-SS, obwohl dienst- und haushaltsrechtliches ein staatliches, formell dem Geschäftsbereich des Reichsinnenministerium zugeordnetes Organ, stets Teil der Gesamt-SS und als solcher der militärische Exponent einer auf die Person Hitlers fixierten Führerexekutive. Unbeschadet ihrer Frontverwendung im Rahmen des Kriegsheeres und der oft engen Kooperation zwischen Heeres- und SS-Verbänden war die Waffen-SS mithin weder rechtlich noch ihrer historischen Genese nach ein "vierter Wehrmachtteil".

Grüsse

Hinweis:

Dieser Bericht dient nicht der Verherrlichung des 2. Weltkriegs, des 3. Reichs oder der Waffen SS oder dessen/deren Embleme, Abzeichen o. ä., sondern nur als "Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte" im Sinne des § 86 Abs. 3 StGB.
Zuletzt geändert von Schlavmutz am 10.11.2004, 17:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Schlavmutz » 02.11.2004, 10:00

Hier noch als Buchtipps zwei wirklich lesenswerte Bücher zum schwierigen Thema Waffen-SS. Ich habe dies in diesem Thread gepostet, weil es thematisch hierher gehört. Beide Bücher sind im Original in England erschienen und liegen seit geraumer Zeit in der deutschen Übersetzung vor:

„Die SS, Hitlers Instrument der Macht“ von Gordon Williamson
Dt. Ausgabe erschienen im Kaiser Verlag GmbH, Klagenfurt


„Die Geschichte der Waffen-SS“ von Christopher Ailsby
Dt. Ausgabe erschienen im Tosa Verlag, Wien

Beide Bücher haben einen ausführlichen Textteil mit sehr vielen, teilweise noch nie veröffentlichten, Fotos und ergänzen sich in hervorragender Weise.
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Beitrag von Postman » 26.01.2008, 02:36

Hallo zusammen!

Das Buch "Die SS - Hitlers Instrument der Macht" ist ein wirklich guter Bildband. Der Text läßt jedoch stark zu wünschen übrig. Aber die Auswahl der Bilder ist wirklich gut.
Das gilt auch für die Bildbände aus dem Podzun-Pallas-Verlag, z.B. "Die Waffen-SS. Eine Bilddokumentation." von Herbert Walther.
Im gleichen Verlag erschien "Uniformen der Waffen-SS" von Andrew Mollo. Dieses Buch kann ich wirklich empfehlen, da es eine Unmenge an Informationen zu allen Ausrüstungsgegenständen und den unterschiedlichen Tarnuniformen bietet. Dabei wird jeweils auch der entsprechende Befehl des SS-FHA beigefügt.
Wer alles ganz genau wissen möchte kommt auch heute noch nicht um "Der Orden unter dem Totenkopf" von Heinz Höhne herum. Trotz des Alters immernoch DAS Standardwerk zu SS und Waffen-SS. Trotz seines wissenschaftlichen Anspruches ist dieses Buch auch von "Nicht-Historikern" hervorragend zu lesen!
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Beitrag von |FrEaK|Safran » 26.01.2008, 12:41

Auch sehr empfehlen kann ich "Geschichte der Waffen-SS" von George H. Stein im Weltbildverlag.
Dieses Buch beleuchtet sehr gut die Struktur der Waffen-SS und geht sehr genau auf den Anteil der "Germanischen-" sowie der "Slawischen-SS" ein.

Nach dem lesen sieht man, dass die Waffen -SS gegen Ende des Krieges nur noch ein Schatten seiner selbst war (vier fünftel der Mitgleider waren Anfang 1945 Ausländer).
Nix Signatur, wir haben Weltwirtschaftskrise, da wird an ALLEM gespart, egal wie unsinnig es auch ist ;P


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