A propos: Dresden

Hier wird über alles diskutiert das in die Zeit des 2. Weltkriegs fällt.
exilant

Beitrag von exilant » 18.03.2005, 21:38

@Sonne
-ist mir klar, daß es Dich freut, hier im kleinen eine Diskussion losgetreten zu haben, ist ja die gängige Masche der Rechtsradikalen. eigentlich sollte man über solche Thesen nur lachen
-den Hinweis, das du nichts Rechtsradikales zum Besten geben möchtest, hättest Du dir sparen können, DU MACHST ES :!:
-kennt dein Spatzenhirn den Begriff "circa"? es läßt sich nunmal nicht mehr feststellen, wie viele Opfer es wirklich waren und ist auch völlig unwesentlich. aber egal, ist ja gängige Masche der Nazis. Unwesentliches berechtigtermaßen anzweifeln, um damit die eigenen Parolen zu verbreiten und das Wesentliche auszublenden. Kann man sehr schön an den Holocaustleugnern oder den meisten Wehrmachtsausstellungs -Kritikern sehen.
Vielleicht solltest Du dich mal lieber fragen, was der Anlaß für sinnlose Flächenbombardierungen war. Beschäftigst dich ja angeblich so gerne natürlich ganz objektiv mit deutscher Geschichte, dürfte Dich auch nicht überfordern, brauchst nur am 1.9.1939 nachschlagen, sofern Du denn lesen kannst und nicht nur Parolen nachplapperst, die Dir irgendwer in den Schädel bläst. Genug Platz ist in der Leere ja vorhanden.
-vielleicht solltest Du Dich mal von Deinem völkischen Gedankengut verabschieden. Weder im Positiven noch im Negativen gibt es Eigenschaften von Völkern, auch wenn es Dich betrübt, Deutsche sind nix besonderes, nicht mal als Tätervolk.
-Selbstverständlich liegen Dir Relativierungen völlig fern. Kurze Frage: Warum machst Du es? Du solltest nicht davon ausgehen, daß andere genauso blöd sind wie Du.
-Was soll der dusselige Hinweis darauf, daß Du in Lohn und Brot stehst? Machst Dich das zum besseren Menschen oder dürfen nur Arbeitende eine Meinung haben? Aber schon klar, Du bist ja im Besitz der Wahrheit und die kann natürlich nur ein ordentlicher deutscher Arbeitnehmer erkennen, alles andere sind natürlich Parolen von irgendwelchen arbeitsscheuen Nestbeschmutzern oder Ausländern.
-Richtig traurig ist jetzt noch das Alter. Hättest Du nicht wenigstens irgendein 16-jähriger Hohlkopf sein können. Da hätt ja noch Hoffnung bestanden. So läßt sich wohl nix mehr machen. Das Lesen von Geschichtsbüchern reicht halt nicht, man sollte sich auch bemühen, sie zu verstehen. Bevor Du damit jetzt anfängst: laß es bleiben, das wird bei Dir nie funktionieren.
Ich würde ja jetzt gerne enden mit"nur mal so zum Nachdenken", aber zumindest bei Volksgenosse Sonne ist das ja nicht möglich
Exilant
PS. Sollte irgendein Moderator der Meinung sein, mich jetzt verwarnen zu müssen aufgrund der Wortwahl, nehme ich das dankend zur Kenntnis. Leider ist das schon die harmlose Variante einer Replik, sodaß ich mich leider außerstande sehe, eine sozielverträglichere Ausdrucksweise zu wählen.


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Beitrag von Schlavmutz » 18.03.2005, 23:14

exilant hat geschrieben:PS. Sollte irgendein Moderator der Meinung sein, mich jetzt verwarnen zu müssen aufgrund der Wortwahl, nehme ich das dankend zur Kenntnis.
Wir haben keine Zensur, aber gewisse Regeln sollten anstandshalber schon eingehalten werden. :wink: Das war bisher ein Markenzeichen von SSM und soll es auch bleiben.

Gruß
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Sonne

Beitrag von Sonne » 19.03.2005, 13:22

@Exilant:

Es scheint wirklich sinnfrei zu sein, dieses Thema mit dir objektiv zu debattieren!?
Argumente kommen dort keine, nur Beleidigungen und völlig haltlose Anschuldigungen- Das übliche Schema, um seinen Diskussionsgegner ins AUS zu stellen... Hoffe sehr, dass der aufmerksame Leser dich und deine "Masche" nun erkannt hat!

Bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen und über das Thema Dresden gestolpert... Und wollt nicht mehr als meine Meinung und Ansichten dazu schreiben...
Wirklich erbärmlich nur, wie du dabei abgegangen bist! Mit deinem Beitrag bist du genauso tolerant, wie die Leute, mit denen du mich vergleichen willst!

Denk mal drüber nach- nurmalso ;)



mfG
Sonne

Sonne

Beitrag von Sonne » 19.03.2005, 14:16

manmanman! @ exilant:

Einen habbich noch ;)


Es muß doch wirklich inna Birne wehtun, mit welchem Wahnwitz du hier versuchst, deine Heimat SCHLECHT zu machen!
Also NORMAL kann das doch nicht mehr sein, den Ast, auf dem du wohnst, abzusägen...
Wie ich kombiniere, füttert dich genau dieser Ast auch noch durch?!
Schätze, du bekommst auch noch GELD für solche Beiträge- lass mich raten: Reemtsma?! :D

Und was die Geschichtsbücher betrifft, die du mir gern nahe legen möchtest:

"Lehr"Bücher, wo drinne steht, in Dresden sind nur 25.000 Menschen totgebommt worden und bei Katyn haben "die Deutschen" 3000 poln. Offiziere erschossen- und anderer Schwachfug-

Mit diesen Büchern kannst du dir meinetwegen deinen kleinen Popo abwischen...


mfG
Dein "Kamerad"
Sonne

(Vorsicht- Ironie!) ;)

Gast

Beitrag von Gast » 19.03.2005, 14:28

@sonne
um meine Toleranz mach ich mir nun keine Sorgen, wenn die nicht vorhanden wäre, dürfte ich mich gar nicht hier im Geschichtsforum meist lesenderweise rumtreiben. Die meisten, die hier was posten, haben eine völlig andere Meinung als ich, soweit ich das aus ihren Beiträgen erkennen kann. Das ist ja grade das interessante für mich, da qualitative Beiträge dazu führen, dazulernen, die eigenen Standpunkte zu überprüfen und gegebenfalls zu revidieren.
Wenn einer allerdings eine Argumentationslinie fährt, die direkt aus dem NPD-1x1 für den ganz kleinen Funktionär stammen könnte, ist meine Toleranzschwelle erreicht.
Exilant


Gast

Beitrag von Gast » 19.03.2005, 14:41

oh, hoppla, da kam ja noch ein Nachsatz, der ist mir ja glatt entgangen. Aber eigentlich auch egal, denn lesen kannst Du scheinbar wirklich nicht.
Wo ich mein Geburtsland schlecht gemacht habe, seh ich jetzt nicht, aber da Du ja im Besitz der Wahrheit bist, wird es so sein. Auch die Stelle, wo ich Katyn den NS-Schergen zugeschrieben habe, erkenne ich nicht, aber dazu fehlt mir wohl Dein objektiver Blick. Aber was solls, viel Spaß noch in Deinem braunen Wolkenkuckucksheim.
Exilant
PS Keine Sorge, durchfüttern tu ich mich schon alleine, mit meinen bezahlten Beiträgen :lol:

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Beitrag von Richie » 19.03.2005, 23:46

Nabend Leutz,

beim Schlendern durch die diversen threads bin ich jetzt bei diesem hängen geblieben. Die einzelnen gemachten Äußerungen unabhängig von dem grundsätzlich sehr traurigen Thema Dresden, haben mich dann doch zum intensiveren Nachdenken angeregt! Was mich ein bisschen verwundert ist der Tonfall!
Man kann bestimmt über alles Mögliche kontrovers diskutieren, aber bei dem Thema? gleich so?
Ich gehe davon aus, dass der eine oder andere schon sehr schlechte Erfahrungen mit solchen Themen gemacht hat, anders ist es mir nicht ganz erklärlich!
Zum Thema: Grundsätzlich habe ich große Probleme damit Unrecht gegen ein anderes zu stellen, um damit evtl. abzuwiegeln (oder auch nur den Eindruck zu erwecken!). Solche Vorgehensweise sorgt, so denke ich für Beifall aus einer Ecke, aus der wohl die allermeisten keinen bekommen wollen. Ich gehöre nun auch zu diesem „Tätervolk“ und habe ab und an so meine Schwierigkeiten bei gewissen Themen in gebückter Haltung zu gehen, zumal ich durch meine Jahrgang nachweislich auch nichts damit zutun hatte. Ich möchte mich bei meiner Argumentation auch nicht ständig dafür entschuldigen müssen, dass ich Deutscher bin, ich bin oft im Ausland und da erlebt ich dann schon ab und zu manch schräge Situation aufgrund meiner Herkunft, aber ein jeder von uns, egal wie alt, muss zur Kenntnis nehmen, dass wir durch die jüngere Geschichte (und das ist sie nach 60 Jahren immer noch und auch weiterhin!) nicht über gewisse Themen so neutral sprechen können wie es sich vielleicht der eine oder andere manchmal wünschen würde, wohlgemerkt immer unter Berücksichtigung der Wahrheit, so sie denn bekannt ist! Nicht aus Feigheit oder falschem Respekt, ich denke, wir können nur einfach nicht Episoden aus einem Gesamtzusammenhang reißen und es anprangern! Damit leisten wir wie schon erwähnt Vorschub für die Kräfte, die bis heute noch nicht so viel aus der Geschichte gelernt und vor allem begriffen haben. Um es auch ganz deutlich zu sagen, ich möchte hier niemandem etwas unterstellen, aber jeder der gerade zu solchen Themen postet sollte sich mindestens vorher noch mal in aller Ruhe durchlesen, was er zu posten gedenkt! (und auch die evtl. Wirkung bedenken!)
- Ich glaube, das ist grundsätzlich eine gute Idee, nicht nur in diesem thread - ;)
Wir sind nun mal in diesem Land aufgewachsen und haben dadurch die besondere Bürde und Verpflichtung, ob wir es nun begrüßen oder nicht, solche Themen immer in einem Gesamtzusammenhang zu betrachten. Das Gras der Geschichte wird irgendwann auch darüber gewachsen sein, aber ich glaube, das werden die Personen, die dies jetzt lesen wohl nicht mehr erleben. Womit ich jetzt auch nicht dem Vergessen das Wort reden will, ganz im Gegenteil, „die Geschichte wach halten“, aber manches kann eben erst viel viel später etwas neutraler betrachtet bzw. diskutiert werden ohne dann einen falschen Eindruck zu vermitteln.
Noch mal was ganz grundsätzliches: Ich habe große Mühe bei solchen Themen, die von Gästen (die mir nicht weiter bekannt sind) gepostet werden, überhaupt zu reagieren. Will sagen, hätten nicht Bekannte hier gepostet, hätte ich darauf auch nicht reagiert, weil ich manches Mal nicht weiß, ob es sich vielleicht nur um flames handelt. Auch damit will ich hier niemandem etwas unterstellen, aber ich denke dieses board gehört mit in die Rubrik, wo man manchmal ein bisschen das Gras wachsen hören muss, bevor es andere tun!
In diesem Sinne

Noch einen schönen Abend

Gruß :)

Richie

PS. Gerade auch Dresden ist ein höllisches Paradebeispiel dafür, was Unmenschlichkeit der einen Seite an Unmenschlichkeit auf der anderen Seite hervorrufen kann!

Gast

Beitrag von Gast » 20.03.2005, 04:40

Hallo Ritchie,
da Du Dich ja etwas über den Ton wunderst, der hier herrscht und der ja von mir eingebracht wurde, möchte ich doch noch was anmerken, obwohl ich den immer wieder so wählen würde und es dem von meiner Seite auch nix hinzuzufügen oder abzuschwächen gibt.
Um das mal anhand des Beispiels sowjetische Opfer/ Katyn zu erläutern:
Hätte jemand die gängigen sowjetischen Opferzahlen des 2.WK -und das beinhaltet nicht die Opfer der stalinistischen Terrorregimes, die insgesamt im Laufe der Jahre vielleicht noch größer sind- angezweifelt, dazu eine wie auch immer geartete Begründung geliefert und wäre zu dem Schluß gekommen, daß die meisten sowjetischen Opfer Stalin zuzuschreiben sind, dann hätte ich es zwar erstmal immer noch für Unsinn gehalten, aber darüber hätte man sich unterhalten können. Wenn dann auf Nachfrage irgendwelche nachvollziehbaren Quellenangaben erfolgt wären, hätte es durchaus interessant werden können.
So ja hier nicht: Behauptung:Sowjetische Opferzahlen des Weltkrieges sind falsch, die meisten dieser Toten sind Stalins Regime zuzuschreiben. Begründung: Stalin ließ in Katyn polnische Kriegsgefangene, die er als potentielle Gefahr ansah, ermorden und versuchte, dies den Deutschen in die Schuhe zu schieben. Diese krude Logik ist gängige Argumentationsweise der Neonazis seit Jahren, um die Geschichtsforschung in Frage zu stellen und eigene Thesen durchzusetzen.
Nun hatte ich das Glück, Pech oder wie auch immer, diesen Beitrag sehr früh zu bemerken. Da es ziemlich offensichtlich war, aus welcher Ecke dieser Beitrag kam oder aber zumindest, woher der Verfasser diese Thesen hat, die er da meinetwegen unwissentlich -wobei sich ja gezeigt hat, das diese Propaganda sehr wohl bewußt verfasst wurde- verbreitet, hätte ich mir irgendeinen Kommentar der Moderatoren erwartet. Er hätte ja nicht so lang und 100% treffend wie Deiner sein müssen, aber irgendeine Reaktion mußte da erfolgen. Hab dann einen Tag gewartet, nix passierte und da ich bei dieser Art von Argumentation einfach solche Kabeln kriege, habe ich eine dem ernsten Thema eigentlich unangemessene Ausdrucksweise gewählt. Allerdings habe ich mich durchaus noch im Zaum gehabt. Wenn ich das geschrieben hätte, was mir direkt nach dem Lesen in den Fingern steckte, hätte ich wahrscheinlich die dunkelgelbe Karte erhalten.
Dies soll jetzt nicht als Kritik am History-Team verstanden werden, denn im allgemeinen halte ich es hier für gut moderiert und grade von den Mods habe ich schon viel sehr Interessantes und mir Neues gelesen. Aber solch platte, um nicht zu sagen dümmliche Propagande kann und will ich nicht unkommentiert stehen lassen.
Grüße Exilant
PS. Sorry, die beiden obigen Kommentare vom Nachmittag stammen von mir, ist mir jetzt erst aufgefallen, daß ich nicht eingeloggt war :oops:

exilant

Beitrag von exilant » 20.03.2005, 05:35

mann, mann, und der auto-logout hat mich auch noch erwischt :oops:

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Beitrag von Wever » 20.03.2005, 08:16

Anonymous hat geschrieben: Dies soll jetzt nicht als Kritik am History-Team verstanden werden, denn im allgemeinen halte ich es hier für gut moderiert und grade von den Mods habe ich schon viel sehr Interessantes und mir Neues gelesen. Aber solch platte, um nicht zu sagen dümmliche Propagande kann und will ich nicht unkommentiert stehen lassen.
Grüße Exilant
Da in diesem thread die vermeintliche Abwesenheit der Moderatoren moniert wurde, muß ich mich wohl oder übel zu Wort melden, obwohl ich dies eigentlich nicht vorhatte. Zumal ich nach den trefflichen Ausführungen von Gehtnix hierzu eigentlich auch überhaupt keine Veranlassung habe. Nun denn:

Ich habe diesen thread eröffnet, da ich meinte, das Datum, an dem sich die Vernichtung Dresdens zwischen dem 14.2. und dem 2.3.1945 zum 60. Male jährt, dürfte schon thematisch in diesem Unterforum nicht unter den Tisch fallen. In Anbetracht der verschiedenen Temperamente in diesem Forum wählte ich dann ganz bewußt einen Artikel zum Thema aus, den Ulrike Meinhof 1965 in der Zeitschrift „konkret“ zu diesem Thema veröffentlichte. Ich tat dies in der Hoffnung, durch meine Wahl das Thema halbwegs neutral aufzugreifen, und niemandes Gemüt zu trüben.

Dies war nun offensichtlich ein Irrtum. Als Moderator angesprochen, muß ich nach gründlicher Lektüre der von exilant monierten Beiträge unseres Gastes „Sonne“ zu Protokoll geben: an diesen Beiträgen mag man sich formal oder inhaltlich stoßen, aber es gibt darin nichts, was juristisch relevant wäre, und ein Eingreifen der Moderation gebieten würde. Und da dies so ist, zählt das Gut der freien Meinungsäußerung in jedem Falle höher, als die unausgesprochene Aufforderung, hier einen „Gleichschritt der Gesinnung“ herzustellen.

Der Sache selbst möchte ich keineswegs ausweichen. Ob nun jemand die „eigene“ Schuld schmälern möchte durch den Fingerzeig auf die Schuld der „anderen“, oder ob jemand die Schuld der „anderen“ marginalisiert mit dem Hinweis, sie sei ja nur ein Reflex auf die „eigene“ Schuld – ich halte beide Argumentationsstrategien für letztlich perfide und Ausfluß ein und derselben, dem Thema unangemessenen Moralisierung. Das hohe und oftmals ans Hysterische grenzende Moralisieren ist heutzutage oftmals selbst nur ein Reflex. Und zwar ein Reflex auf mangelnde Beschäftigung mit dem Thema. Wir haben dies wahrscheinlich alle schon oft bei ähnlichen Diskussionen im wirklichen Leben erlebt: wer zur Sache wenig zu sagen hat, schreit umso lauter. Warum auch immer.

Aus diesem Teufelskreis, in dem jedes Thema zuschanden kommt, gibt es fast keinen Ausweg. Man könnte sich in einem kleinen Kreise absprechen, z.B. „Der hochrote Hahn“ von Hans Rumpf (Darmstadt 1952), „Luftkrieg und Menschlichkeit. Die völkerrechtliche Stellung der Zivilpersonen im Luftkrieg“ von Eberhard Spetzler (Göttingen 1956), „Der Brand“ von Jörg Friedrich (München 2002) und last but not least die Züricher Vorlesungen „Luftkrieg und Literatur“ von W.G. Sebald (München-Wien 1999) zu lesen, und danach über das Thema erneut zu sprechen.

Die einzige Erkenntnis, die ich aus diesem thread zu schöpfen vermag, ist, daß die Debatte hier im Vergleich zum 40 Jahre alten Artikel der Ulrike Meinhof einen in jeder Hinsicht erstaunlichen Rückschritt darstellt. Eigentlich sollte es doch anders sein, oder?

Eigentlich hatte ich zunächst einen anderen Artikel für diesen thread ausgewählt, und zwar den, welchen der bekannte britische Diplomat und Schriftsteller Sir Harold Nicolson (1886-1968) am 5.3.1963 im „Observer“ veröffentlicht hat. Was dann wohl hier los gewesen wäre...
Sir Nicolson nannte damals im Observer Dresden „the greatest single holocaust by war“. Auch mit einem Abdruck des Artikels „War Crime“ des britischen Labour-Führers Richard Crossman, ebenfalls aus dem Jahre 1963 (zwei Monate später, am 3.5.), veröffentlicht im „New Statesman“ hatte ich geliebäugelt. Crossman schreibt dort u.a.: „Die Zerstörung Dresdens im Februar 1945 war eines jener Verbrechen gegen die Menschlichkeit, deren Urheber in Nürnberg unter Anklage gestellt worden wären, wenn dieser Gerichtshof nicht in ein bloßes Instrument alliierter Rache pervertiert worden wäre.“

Nun, jedes Thema hat eine spezifische Fallhöhe. Wer diese nicht wenigstens ahnungsweise erfaßt, sollte sicherheitshalber erst garnicht vor die Türe treten. 60 Jahre später, sollten auch wir Nachgeborene langsam aber sicher die Urteilskraft finden, uns George F. Kennans Bemerkung zu Herzen zu nehmen: “Wenn die Geschichte über die Grausamkeiten dieses Kriegs ihr Urteil fällt, wird sie zwischen Sieger und Besiegten nicht unterscheiden.“ (Memoiren eines Diplomaten, zit.n.d. 2.Aufl. Stuttgart 1968)
"Es gibt eine Form von Toleranz beim Menschen, die nichts anderes ist als ein Mangel an Würde." Joseph Schumpeter

exilant

Beitrag von exilant » 20.03.2005, 09:43

Hallo Wever,
aufgrund deiner Texthinweise am Ende mit der Frage was dann los gewesen wäre und da ich derjenige war, der geschrien hat - Sonne hat ja nur dem entsprechend reagiert, was ich an seiner Stelle auch getan hätte-beziehe ich mal das
oder ob jemand die Schuld der „anderen“ marginalisiert mit dem Hinweis, sie sei ja nur ein Reflex auf die „eigene“ Schuld – ich halte beide Argumentationsstrategien für letztlich perfide und Ausfluß ein und derselben, dem Thema unangemessenen Moralisierung.
sowie das
wer zur Sache wenig zu sagen hat, schreit umso lauter. Warum auch immer.
und das
Wer diese nicht wenigstens ahnungsweise erfaßt, sollte sicherheitshalber erst garnicht vor die Türe treten
auf meine Beiträge. Sollte ich mich täuschen, korregiere mich bitte und das Nachfolgende entbehrt der Grundlage.
Ich habe eine Abwesenheit von Moderation nicht moniert, da es, wie Du richtig anmerkst, juristisch nix Relevantes gibt, von daher war sie nicht notwendig. Ich hatte sie mir erhofft, damit ich hier meinen Senf nicht dazugebe. Denn alles, was ich hier geschrieben habe, ist dem ursprünglichen Thema unangemessen und bezieht sich auch überhaupt nicht darauf. Ich dachte eigentlich, daß ich verständlich machen kann, worum es mir geht, augenscheinlich ist es mir nicht gelungen. Es habe mich nicht daran gestört, daß hier auf Kriegsverbrechen der Allierten hingewiesen wird. Diese gehören genauso behandelt wie die der Achsenmächte, mit keinerlei Unterschied. Das Gegenargument der Judenvernichtung wurde von Sonne in den Ring geworfen, um es gleich zu entkräften, ich habe es nicht benutzt, da es für mich nicht in diesen Themenkreis paßt und damit jede Auseinandersetzung abgewürgt wird. Was mich stört, ist die Argumentationsweise von Sonne, denn auch wenn ich es noch zig mal lesen würde, um zu überprüfen, ob ich mich getäuscht habe, ich würde immer wieder zu dem Schluß kommen, daß der Zweck eindeutig ist.
Ich halte es für schlimm, daß bestimmte Kreise versuchen, die notwendige Beschäftigung mit deutschen Opfern von Kriegsverbrechen dazu zu nutzen, ihr eigenes braunes Süppchen zu kochen. Außerdem ist es kontraproduktiv, da damit wieder dem Abwürgen der Debatte Vorschub geleistet wird, denn denen, die jeden Hinweis auf deutsche Opfer per se für rechtsradikal halten, wird damit die Munition geliefert.
Nun kann man geteilter Meinung sein, ob das Sonne Ansinnen war, für mich ist es aufgrund bekannter Argumentationen eindeutig und ich hatte gehofft, daß jeder zumindest die Möglichkeit erkennt. Einen Hinweis auf diese Möglichkeit hatte ich mir von den Moderatoren erhofft, dann hätte ich überhaupt nix dazu gesagt. Denn wie gesagt, es ist dem Gedenken an die Bombenopfer, was ja ürsprünglich Thema war, unangemessen.
Grüße Exilant

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Beitrag von Richie » 20.03.2005, 10:11

Moin Leutz

@Exilant

Zitat:
"Diese krude Logik ist gängige Argumentationsweise der Neonazis seit Jahren, um die Geschichtsforschung in Frage zu stellen und eigene Thesen durchzusetzen."

ich hatte mir soetwas eigentlich schon gedacht, so hab ich mir dann auch letztlich Deine etwas rüdere Ausdrucksweise erklärt :)

@Wever

Grundsätztlich und für sich betrachtet kann ich jede Deiner Äußerungen unterschreiben!
Ein kleines "aber"
In der heutigen Zeit laufen wir wieder mehr und mehr Gefahr, ansich gute und redliche Argumente der falschen Seite zu liefern und somit deren Daseinsberechtigung vermeintlich zu stützen. Mir fällt in dem Zusammenhang nur ein:
"Die Geister die ich rief..."

Gruß :)

Richie

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Beitrag von Wever » 20.03.2005, 12:12

Hallo exilant!

Ja, da täuschst Du Dich wirklich. Ich habe in meinem Beitrag weder unseren Gast "Sonne", noch Dich direkt angesprochen. Vielmehr habe ich eure Positionen i.S. von Max Weber idealypisch extrapoliert und dann rein theoretisch beurteilt.

@ Richie: Nichts läge mir nun ferner, als ausgerechnet in diesem Unterforum Geister zu rufen, die man dann womöglich nicht mehr los wird. Aber was soll man machen: 1+1=2. Soll man aus Furcht davor, daß eine unliebsame Seite diese Wahrheit ebenfalls verwendet, das Addieren aus den Grundrechenarten streichen?
"Es gibt eine Form von Toleranz beim Menschen, die nichts anderes ist als ein Mangel an Würde." Joseph Schumpeter

Gast

Beitrag von Gast » 20.03.2005, 12:52

Einen Wunderschönen! :)


...um es nochmal in aller Deutlichkeit zu betonen, verbitte ich mir Mutmaßungen über meine politische Gesinnung und meine eventuellen "Absichten", "Masche", oder ähnliches...
Ich möchte einfach nur die Wahrheit herausfinden und die sorgt sich bekanntlich nicht um politische Schattierungen; sie ist ungeschminkt ehrlich und spricht für sich!
Ich sehe es zB. als einen glücklichen Umstand, dass an einigen Stellen die Geschichte neu geschrieben werden muß, wenn im Zuge von Gorbatschow und Perestrojka die Wahrheit von zB. "Katyn" durchsickern konnte...
Andre "Akten" wiederum sind noch bis 2040 unter Verschluß... Da frage ich mich nur nach dem "WARUM"?
(Nein, eigentlich frage ich mich das nicht mehr- Aber manch anderer sollte sich einmal Gedanken drüber machen...)

Ich, als "Gast" weiß, dass es schwierig ist, mir gleiche Meinungsfreiheit einzuräumen, als einem registrierten "User" hier...
Darum bedanke ich mich nocheinmal bei der Moderation und speziell "Wever" für seinen ersten Beitrag hier zum Thema Dresden!


LG :)
Sonne

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Beitrag von Ralf 207 » 20.03.2005, 13:06

Hallo Sonne
Das die Geschichte neu geschrieben werden muß ist richtig.
Und das als vor 66 Jahren nur um ein Europa zu haben. :?: 1939 :!:
Ein Europa ohne Krieg Ja. 2005

MFG 207
Im Tode kann man keine irdischen Güter mit in das Jenseits nehmen; Es macht keinen Sinn, grenzenlos Besitz anzuhäufen.


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