NNS Typ 95 "Daruma"

Hier wird über alles diskutiert das in die Zeit des 2. Weltkriegs fällt.
Antworten
Benutzeravatar
Panzergrenadier
Oberst (Moderator)
Oberst (Moderator)
Beiträge: 1033
Registriert: 01.09.2003, 17:38
Wohnort: Bayern Mittelfranken
Kontaktdaten:

NNS Typ 95 "Daruma"

Beitrag von Panzergrenadier » 07.01.2007, 12:55

Bild

Bild
Frühes Modell

Aufgrund der Erfahrungen, die zu Beginn der Dreißigerjahre bei den japanischen Aggressionen in der Mandschurei und Nordchina gesammelt wurden, entwickelte der Automobilhersteller Nippon Nainenki Seiko Co. in Tokio eine Art "Jeep". Das raue mandschurische Klima, zusammen mit einem Gelände, das sich abseits jeglicher verkehrstechnischer Infrastruktur präsentierte, hatte den japanischen Militärs nur allzu deutlich vor Augen geführt, dass man nicht länger ohne ein solches Fahrzeug auskam. Freilich, was dabei herauskam, war ein etwas zwiespältiges Auto: Einerseits erfüllte es die Hoffnungen der Soldaten auf ein geländegängiges Fahrzeug, das auch bei empfindlichen Kältegraden zunächst mit den chinesischen "Straßen", dann - im Verlauf des Pazifikkrieges - auch mit den Verhältnissen auf den eroberten Inseln und in Burma zurechtkam. Anderseits wurden diese zweifellos vorhandenen Vorzüge mit komplizierter Instandhaltung erkauft trotzdem erwies es sich als ideal für Operationen in Nordchina und der Mandschurei, welches gut mit niedrigen Temperaturen zurechtkam und sein luftgekühlter Motor nicht auf das wenige saubere Wasser in diesen Regionen angewiesen war. Ungewöhnlich für die Zeit war sein technisch komplizierter und schwierig zu wartender Allradantrieb mit Einzelradaufhängung und Schraubenfedern, die den "Daruma" zu einem hervorragend Geländetauglichen Kraftfahrzeug gemacht hätten, wenn der Motor nicht so schwach gewesen wäre. Einen weiteren Nachteil im Gelände waren die Bremsen welche lediglich auf die Hinterräder wirkten. Im Übrigen blieb der Typ 95 bis Kriegsende 1945 der einzige original-japanische Geländewagen. Alle anderen Fahrzeuge dieser Kategorie waren kopierte Varianten ausländischer, vorrangig US-amerikanischer Produkte. Auf welchen Fahrzeugtyp sich die Produktionszahlen und technischen Informationen ist mir Unbekannt. So waren ursprünglich als Besatzung lediglich zwei Mann vorgesehen, bald wurde jedoch ein dritter Sitz eingerüstet. Zwar lieferte Nippon Nainenki Seiko fabrikmäßig bereits verschiedene Versionen wie einen Pick-up oder eine Limousine, an den Fronten entstanden allmählich die wildesten Varianten und Improvisationen, je nach Bedarf und Ersatzteillage, die sich im Verlauf des Krieges bekanntlich drastisch verschlechterte. Der Wagen wurde von den japanischen Soldaten meist nur mit seinem Spitznamen „Daruma“ bezeichnet, was auf englisch "Black Medal" bedeutet. Die 4.775 gebauten Fahrzeuge erledigten ihren Dienst meist bei rückwärtigen Versorgungseinheiten als Verbindungsfahrzeug oder, je nach Modell, als Lastkraftwagen. Mit Reifen aus schwerem Gummiprofil konnte die Daruma schwieriges Terrain Bewältigen und konnte somit auch als Aufklärungsfahrzeug dienen.

Bild
1942 In Los Negros erbeuteter "Black Medal"(schwarze Medaille) spätere Variante

Technische Daten
NNS Typ 95 "Daruma"

Maße:
Länge: 338 cm
Breite: 152 cm
Höhe: 168 cm
Fahrwerk: 4x4
Gesamtgewicht: 1100 kg
Besatzung: Ein Fahrer und ein Passagier, später bis zu drei Passagiere

Motor und Kraftübertragung

Motorisierung: Ein Zweizylinder Kurogane V1-AF mit 33 PS (24,6kW), luftgekühlt
Hubraum: 1399 ccm
Tankvolumen: 48.83 Liter
Treibstoff: Petroleum
Getriebe: Drei Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang

Leistungen

Höchstgeschwindigkeit: 75 km/h
Verbrauch: ein Liter auf 13,18 km
Fahrbereich: 450 km
Furttiefe: 0,5 m

Sonstiges

Produzent: Kurogane und Nippon Nainenki Seiko Co.
Produktion: 1935 - 1945
Fahrzeuge hergestellt: 4.755 Stück

gruß

Dominik
Bild
Bild


Verkauf deinen Kühlschrank und fahre in die Welt hinaus.
Wojciech Cejrowski


Antworten

Zurück zu „2. Weltkrieg (Schlachten, Gefechtsberichte, Biographien und Waffe)“