Deutsche Infanteriewaffen (Handgranate 34 - MG 42)

Hier wird über alles diskutiert das in die Zeit des 2. Weltkriegs fällt.
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Deutsche Infanteriewaffen (Handgranate 34 - MG 42)

Beitrag von Krupp » 16.12.2002, 16:20

Maschinengewehr 42(MG 42)
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Wie auch das MG 34 verschoss das Maschinengewehr 42 die dt. Infanterie Patrone 7,92x57 mm(auch bekannt als 8 x 57 IS).

Eine der Neuheiten war eine einfach zu bedienende Laufwechselvorrichtung. Mit dieser war es einem eingespielten und routiniertem Team ohne weiteres möglich, einen Laufwechsel in weniger als 4 Sekunden durchzuführen. Dies war angesichts der hohen Kadenz auch von Nöten. Längere Feuerstösse brachten den Lauf schnell zum Überhitzen. Man bedenke: In nur einer Sekunde vermochte das MG-42, 25 Schuss abzugeben, was natürlich mit Reibung verbunden ist, diese wiederum erzeugt bekanntlich Hitze.

- Maschinengewehr 42
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Beim nicht wechseln des Laufes, kann eine Laufblähung entstehen, die dazu führen könnte, dass der MG Lauf explodiert.
Um eine einzelne MG Stellung aufreiben zu können, wurde die MG Crew unter Druck gesetzt und dazu verleitet, so lange zu schiessen, bis der Lauf gewechselt werden musste, diese kurze Schusspause konnte dazu genutzt werden, ein MG’Nest auszuheben.

Mit der extrem hohen, und bis dahin nicht erreichten Kadenz von 1.500 Schuss in der Minute, wurde es zum Mythos auf beiden Seiten der Front. Alliierte Soldaten fürchteten es und verwendeten das MG 42, wo immer man ihm habhaft werden konnte und Munition vorhanden war, auch gerne gegen die ehem. Besitzer. Bei den deutschen Soldaten genoss es ein sehr hohes Ansehen, es machte immerhin 75 bis 80 % der Feuerkraft einer nur mit Karabinern bewaffneten Kampfgruppe aus.

Technische Daten
• Hersteller: Mauser
• Länge: 1.219 mm
• Gewicht: 11,5 kg
• Lauflänge: 565 mm
• Zahl der Züge: 4
• Kaliber: 7,92 x 57 mm (8 x 57 mm IS)
• Munitionsgewicht-: 24 g
• Mündungsgeschwindigkeit: ca. 800 m/s
• Feuerrate: frühe Versionen 1.500 s/min,
• Spätere Versionen 1.200 s/min
• Effektive Reichweite: > 1.000 m
• Grösste Schussweite: 3.750 m
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Maschinengewehr 34

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 17:29

MG 34
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Das in den frühen dreißiger Jahren entwickelte MG 34 mit einem Munitionskaliber von 7,92 Millimeter ging 1934 bei Rheinmetall in Produktion.

- Maschinengewehr 34
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Im Januar 1939 wurde es als "Universalmodell 34" in die Standardausrüstung der deutschen Infanterie übernommen. Insgesamt wurden mehr als 400.000 Exemplare dieses Typs für die Wehrmacht produziert.
Im großen Rahmen wurde das MG 34 erstmals beim deutschen Überfall auf Polen 1939 eingesetzt. Mit seiner Feuergeschwindigkeit von 900 Schuss in der Minute war das MG 34 eine äußerst wirkungsvolle Waffe.
Zugeführt wurde die Munition durch einen Gurt oder mit einer Doppeltrommel. Auf einem speziellen Dreibein montiert, konnte das Maschinengewehr auch über größere Distanzen zur Unterstützung angreifender Infanterie oder zur Luftabwehr eingesetzt werden.

Aufgrund seiner vielen Präzisionsteile erwies sich das MG 34 jedoch als äußerst störanfällig. Noch während des WWII trat das MG 42 an seine Stelle, das sich durch besonders hohe Feuergeschwindigkeit von 1.200 Schuss in der Minute und geringen Rückstoss auszeichnete.
Trotz allem war das MG 34 bis im Frühjahr 1942 auf allen Kriegsschauplätzen im Einsatz. Das Problem der hohen Ausbildungszeit war in der Anfangsphase des Krieges eher nebensächlich, viel mehr machten die mangelnde Wintereignung und die Neigung verschmutzter Waffen zu Störungen den Soldaten zu schaffen. Allerdings hatten sie mit dem MG 34 eine Waffe, um die sie manche ihrer Gegner beneideten. Sowohl als leichtes MG auf Zweibein als auch im Einsatz als schweres MG auf der Dreibein-Lafette und als Fliegerabwehrwaffe bewies sie ihren Erfolg.

Technische Daten
• Bezeichnung der Waffe: MG 34
• Hersteller: diverse
• Länge: 1.225 mm
• Gewicht: 11,5 kg mit Zweibein
• Lauflänge: 625 mm
• Zahl der Züge: 4 Drall/Dralllänge: Rechtsdrall mit 240 mm Länge Kaliber: 7,92 x 57
• Mündungsgeschwindigkeit: 755 m/s
• Mündungsenergie des Projektils: 3.600 J bis 4.956 J
• Feuerrate: 800 bis 900 s/min
• Effektive Reichweite: 1.200 m als lMG, 3.500 m als sMG
• Munitionszufuhr/Magazingröße: Trommelmagazin mit 50-75 Schuss, Gurt mit 300 Schuss
• Stückpreis: Waffe 312 RM, Zweibein 15 RM, Lafette 400 RM
• Produktionszahlen: 400.000 Stück insgesamt,
selbst im letzten Kriegsjahr von Januar 1945 bis Kriegsende noch ca. 20.000
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Sturmgewehr 44

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 17:31

STG 44
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Die Geschichte der neuen Infanteriewaffenart startete eindeutig mit der im Jahre 1942 eingesetzten Baureihe Mkb 42 der Suhler Firma Haenel unter Federführung von Hugo Schmeisser.
Dabei wurde auch viel Pionierarbeit bei der Verwendung von Blechprägeteilen im Waffenbau geleistet. Trotz aller Vorbildfunktionen des Sturmgewehres (Stgw. 44) und der einen oder anderen Ähnlichkeit mit der Kalashnikov (AK-47) gibt es keine direkte Vaterschaft.
Die beiden Funktionsprinzipien beider Waffen sind zu unterschiedlich.
Zwar basieren beide auf der Gasdruckabnahme vorn oben am Lauf, aber der Haenel-Maschinenkarabiner hat einen Kippblockverschluss, und der Gehäuse-Aufbau wie auch die Gasentnahme differieren wesentlich von dem Konstruktionsweg Kalaschnikovs.

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Doch die Verwandschaft zur deutsche Kurzpatrone 7,92 mm x 33 / Pistolenpatrone 43 der MP-44 (wurde im II. Weltkrieg von den Deutschen eingesetzt) gilt als bewiesen. Hugo Schmeisser wurde mit vielen anderen deutschen Waffentechnikern von 1946 bis 1952 in der UdSSR zwangsverpflichtet und arbeitete in dieser Zeit in Ischewsk.
Er starb ein Jahr nach der Rückkehr aus Udmurtien im Alter von 69 Jahren.

Technische Daten
• Hersteller: Firma Haenel, Suhl (3.Reich)
• Kaliber: 7,92 x 33 mm
• Funktion: Gasdrucklader mit gehäusefestem Lauf, Kippblock-Verschluss
• Gesamtlänge: 950 mm
• Gewicht: 4,60 kg (ungeladen)
• Lauf: 410 mm
• Munitionszuführung: Stangenmagazin für 30 Patronen
• Feuergeschwindighkeit: ca. 500 Schuss pro Minute
• Visier: 100 - 800 m
• Beschriftung(Feuerart): Einzelfeuer
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Maschinenpistole 40

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 17:35

MP 40
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Die Waffe ist ein Rückstosslader und revolutionierte die Waffenfertigung, denn sie konnte in Teilen von eigentlich jeder Firma mit Maschinen hergestellt werden. Sie war einfach zu zerlegen, in drei Baugruppen: Rohr, Gehäuse und Verschluss. Der Nachteil war, dass sie nur Dauerfeuer schiessen konnte und über keine Sicherung verfügte.
Obwohl die MP 38/40 schon relativ leicht herzustellen war, vereinfachte man die Fertigung 1940 noch mehr, um der riesigen Nachfrage im Krieg standhalten zu können. So kamen nun verstärkt Punktschweissungen in der Montage zum Einsatz und man verwendete noch mehr Metallstanzteile.
Auch die bei der MP 38 noch maschinell zu bearbeitenden Verschlussteile, wurden nun als Pressstücke hergestellt. Heraus kam die MP 40, für die nun auch keine spezialisierten Produktionsstätten mehr von Nöten waren. Von dieser Waffe wurden über eine Million Exemplare hergestellt, wobei sich Versionen mit einer hölzernen Schulterstütze und Doppelmagazinen nicht durchsetzen konnten.

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Aufgrund der niedrigen Feuerrate und wenig schlagkräftigen Munition, sowie der mäßigen Genauigkeit, handelte es sich bei dieser Maschinenpistolen-Gattung um eine Bewaffnung für Sicherungstruppen, Panzergrenadiere und Einheiten wie Sturmtruppen, die keinen Bedarf für überlegene Feuerkraft über größere Distanzen hatten.
Somit erfüllte die MP 40 mit ihrer Einfachheit in Konstruktion und Material auch die eigentlichen Anforderungen an eine Maschinenpistole der damaligen Zeit. Für heutige Massstäbe jedoch ist sie jedoch schlicht zu groß; mit einer Gesamtlänge von mehr als 83 cm bei ausgeklappter Schulterstütze erreicht sie bereits Dimensionen eines modernen Sturmgewehrs.

Technische Daten
• Hersteller: Erfurter Maschinenfabrik Geipel GmbH
• Kaliber: 9 mm Parabellum
• Magazinkapazität: 32 Patronen
• Länge (ausgeklappter Schaft): 833 mm Länge
• Länge (angeklappt): 630 mm
• Rohrlänge 251,5 mm
• Gewicht: 4.027 kg
• Mündungsgeschwindigkeit: 390 m/sek.
• Feuergeschwindigkeit: ca. 500 Schuss/min
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Fallschirmjägergewehr 42

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 17:38

FG 42
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Der Anlass zur Entwicklung dieser Waffe war die verlustreiche Eroberung der Insel Kreta im Juni 1941 durch die Deutschen.
Es fielen viele Fallschirmjäger, was das Reichsluftfahrtministerium auf die schlechte Ausrüstung zurückführte. Bei diesem Einsatz benutzten die Soldaten den K98k, der unhandlich war und zu wenig Feuerkraft hatte. Die Teilstreitkräfte konnten sich nicht ganz einigen, so gingen sie dann getrennt ihre Wege: Das Heer arbeite an Waffen im Kaliber 8x33 und die Luftwaffe blieb bei der 8x57IS.

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Die Forderung nach einer Waffe, nicht länger als 100 cm, einstellbar auf Einzel- und Dauerfeuer, als Scharfschützengewehr mit ZF verwendbar, zum Verschießen von Gewehrgranaten fähig und bei Einsatz als Schlagwerkzeug unanfällig gegen Beschädigung. Diese utopisch erscheinende Forderung versuchte das Beschaffungsamt der Luftwaffe in Zusammenarbeit mit der Waffenindustrie zu erfüllen. Schließlich wurde der erste Prototyp von der Firma Rheinmetall gebaut und nach etlichen Kompetenzstreitigkeiten wurden 5000 Stück dieser Waffe bei der Firma Krieghoff/Suhl gefertigt.


Das Dioptervisier reichte von 100 m bis 1500 m der Korn besaß einen Schutz oder es wurde ein Zielfernrohr verwendet. Wie auch beim 98er können hier Gewehrgranatgeräte oder Schießbecher angebracht werden. Markant ist die große Rückstoßbremse, doch manche sagen diese soll nicht viel gebracht haben. 1943 / 44 wurde es in die Luftwaffe eingeführt. Doch bevor es in Serienproduktion kam wurde das FG 42 ständig verbessert. Das Modell 2 hatte es einen geraderen Pistolengriff und das Modell 3 hatte die Magazinführung von unten Griff und Handschutz waren nun aus Holz, außerdem waren die Herstellungskosten leicht gesunken. Die Luftwaffe forderte viele FG 42, doch Rheinmetall konnte aufgrund der hohen Stückzahl nicht die geforderte Menge herstellen. In Einsätzen wie in Skorzenys, wo das Gewehr gute Leistungen zeigte, wurde das FG 42 auch als Scharfschützengewehr verwendet.
Die bekannte hergestellte Stückzahl des Modell 3 ist 4397.
1944 nur 524 Stück, 1945 3873 Stück. Von den Modellen 1 und 2 wurden nur wenige hergestellt.
Der hervorragend konstruierte Verschluss fand noch 20 Jahre später im amerikanischen MG Modell 60 Verwendung

Technische Daten
• Länge der Waffe: 975mm
• Lauflänge: 500 mm
• Gewicht der Waffe: 4,98 kg
• Kaliber: 8 x 57 IS (7,92 mm)
• Visierung: Diopter-Visier
• Magazinkapazität: 20 Schuss
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Gewehr 43-ZF

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 17:41

G 43 mit Zielfernrohr
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Das Gewehr 43 wurde als Nachfolger des Gewehrs 41 nach dessen Truppenversuch ab 1943 bei der Fronttruppe eingeführt.
Von dieser Waffe wurden bis zum Kriegsende rund ½ Million Stück gebaut, allein 1944 waren es 324’000 Stück.
Die Waffe war gegenüber dem Vorgänger leichter und vor allem preiswerter zu produzieren.
Alle Waffen waren serienmässig mit einer Montageschiene für ein Zielfernrohr auf der linken Gehäuseseite ausgestattet.
Bis im April 1945 fertigten die Firmen Voigtländer, Opticotechna und die IG Farbenindustrie rund 150’000 GwZF 4-fach.
Es ist davon auszugehen, das in gleicher Zahl G43 mit diesen ZF ausgerüstet wurden.

Technische Daten
• Länge: 1120 mm
• Lauflänge: 560 mm
• Gewicht: 3,9 kg
• Kaliber: 8 x 57 IS (7,92 mm)
• Visierung: Kurven-Schiebevisier
• Magazinkapazität: 10 Schuss
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Karabiner "Mauser" K98

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 18:09

K 98
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Das Deutsche Kaiserreich verwendete zu dieser Zeit noch das Kommissionsgewehr oder auch Gewehr 88. Auf Grund der Konstruktion des Gewehrs kam es immer wieder zu Schießunfällen. Bei dem Kommissionsgewehr handelt es nicht um eine Mauser-Produktion, wie öfters angenommen wird. Mauser baute zu dieser Zeit das Gewehr Modell 89, das in der belgischen Armee verwendet wurde. In die Türkei wurde das "M1890" eingeführt und Spanien besaß das "M 93" (M = Mauer). Bei allen diesen Gewehren sind Bauelemente zu finden, die auch später bei den 98 Systemen verwendet wurden. Der einfache Ladestreifen für kleinkalibrige Patronen war beim Modell 89 zu finden, das im Mittelschaft integrierte Zick-Zack Magazin für 5 Patronen besaß der "M 93". Auch einen feder-gelagerten Auszieher und das Zwei Warzen Verschlusssystem gehörte dazu.

Erst Ende 1893 wurde Berliner Kriegsministerium aufmerksam. Die Schießunfälle mit ihrem Standardgewehr traten immer häufiger auf, die Presse stempelte das Gewehr als "Judenflinte" ab. Die Firma Mauser hingegen konnte mit ihren Mustergewehren viele positive Resonanzen aus dem Ausland gewinnen. Am 10.05.1894 reiste Paul Mauser mit 25 Mustergewehren zur Berliner Gewehr-Prüfungs-Kommission. 5 Gewehre besaßen ein von Mauser verbessertes Selbstspannendes M 93er Schloss, die anderen ein normales 93er Schloss. Im Frühling 95 wurde dann mit 2000 Gewehren ein Truppenversuch durchgeführt. Das verbesserte Schloss ließ sich Paul Mauser am 09.09.1895 patentieren. Es verfügte über eine Reservewarze sowie über Gasabzugsöffnungen, die z.B. bei Hülsenreißern den Soldaten schützen sollen.
1897 wollten Militärs die neuen 88 mit dem Schloss ausstatten und als M 88/97 einführen. Zur gleichen Zeit lief in Oberndorf ein Projekt mit einer 6x59 mm Patrone, das äußerst viel versprechend getestet wurde. Jedoch hatte diese keine Zukunft, hinsichtlich der riesigen Altbestände der 8x57I Patrone. Ein dritter Prototyp der Ähnlichkeit mit dem 6 mm und 88/97 Gewehr aufwies, bekam eine verstärkte Hülse und einen stufenweise abgesetzten Lauf und einige Optische Änderungen. Der Lauf bei diesem Modell war 740 mm lang. Die Bajonettarretierung wurde nochmals geändert, ein Seitengewehr konnte nun allein durch eine T Schiene befestigt werden. Mit 4 dieser Prototypen reiste Paul Mauser am 19.03.1898 nach Berlin-Spandau zur Gewehr-Prüfungs-Kommission (G.P.K.). Kaiser Wilhelm II. der alle Versuche interessiert verfolgte, gab am 05.04.98 sein Plazet für das neue Gewehrmodell 98. Vorerst war der 98er jedoch nur eine Versuchswaffe, solange bis die Kaliberfrage geklärt war.

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Ausserdem konnte eine Umbewaffnung noch gar nicht in Frage kommen, da die finanziellen Mittel fehlten. Somit lief die Produktion in den staatlichen Firmen Spandau, Erfurt und Danzig nur zögerlich an. Für jedes hergestelltes Gewehr erhielt Mauser eine in den Nutzungsverträger beinhaltete Lizenzgebühr, damit ging natürlich ein wahrer Geldregen nach Oberndorf. Ende 1907 war die Umrüstung der Truppe abgeschlossen, die Reservisten hingegen sollten den 98er erst ab 1912 bekommen. 1903 entwickelt man ein neues 9,8 g schweres Spitzgeschoß (S), mit dem ebenfalls neuen 682b Spandauer Pulver verlieh es der 8x57I eine weit aus bessere ballistische Leitung. Die Patrone 8x57IS wurde im Oktober 1905 übernommen, alle Waffen auch die neuen 98er mussten entsprechend am Patronenlager und Visier geändert werden. Die neuen Gewehre bekamen zur besseren Unterscheidung auf der Hülse, Lauf und am Visierfuß ein "S" gestempelt. Das Visier begann nun bei 400 Metern anstatt bei 200. Die Infanterie bekam ihre Gewehre, doch bei der Kavallerie hing die Austeilung hinterher.
Bei den Kurzgewehren mit einer Gesamtlänge von 96 cm wurden viele Varianten mit verschiedenen Visieren getestet. Jene Versuchsstücke gingen später an deutsche Kolonien nach Afrika, später nach England. Das Problem war der starke Rückstoss und Mündungsfeuer der Waffen mit dem 435 mm kurzen Lauf. Auch mit der alten 8x57I konnte das Problem nicht behoben werden, deshalb wurden das Gewehr auf 109 cm und der Lauf auf 59 cm verlängert. Diese Modelle hatten bereits einen runden Kammerstengel und die Aussparung im Schaft darunter. Die Version "A" mit Bajonett-"A"ufpfanzvorrichtung und "Z" besaß einen Haken zum "Z"usammenstellen für Pyramiden, mit beiden Vorrichtungen hieß er folglich 98AZ. Das 98AZ bekam ein 300-2000 Visier und wurde am 06.01.1908 vom Kaiserreich übernommen. Während des 1. Weltkrieges hatte es sich bei der Truppe bewährt, obwohl der Rückstoss immer noch ziemlich hart war. Ein Manko war auch die nah an der Mündung sitzende Visierung, die sich beim längern Schiessen erhitzen konnte. Die Kämpfe der Soldaten spielten sich zum Teil in Entfernungen um 100 m ab, was natürlich mit der 300 m Visierung nicht möglich war. Auch die 5 Schussmagazine und Dreck in der Waffe, machten den Soldaten Probleme. Die 1918 herausgegebenen Grabenmagazine mit 20 Schuss und Staubschutzklappen kamen jedoch zu spät in die Truppe.

Die Verwendung von den Patronen mit 12,8 g schweren "sS" Geschossen wurde nun auch bei den Karabinern getestet. Mit verringerter Ladung war das Mündungsfeuer und der Rückstoß weit aus erträglicher. Jedoch mußte dafür das ein flaches Kurvenvisier mit 100 - 2000 Meter Markierungen verwendet werden.
Zwischen 1922 und 24 wurde für Fahrradtruppen eine 125 cm lange Variante offiziell als K98b eingeführt. Das "b" dient zur Tarnung vor alliierten Kontrolleuren, denn nur die Produkton von Karabinern war erlaubt. Bis 1926 wurden alle alten 98 Gewehre zu K98b Gewehren umgerüstet, erst ab Mitte 26 ließ die Produktion von neuen K98b an. Neben dem Modellnamen bekamen jede Waffen auch ein "S" auf die Hülse gestempelt, denn nur die Firma "S"imson & Co. in Suhl war laut Alliierter Vereinbarung allein berechtigt Waffen an die Reichwehr zu liefern. Das Modell K98AZ wurde schließlich offiziell als K98a eingeführt.
In Ausländischen Fabriken, wie in Polen, Belgien und der Tschechei konnte die Gewehrproduktion ohne Probleme weitergehen. Deutschland musste an diese Länder Repatationzahlungen leisten, dies waren unter anderem Waffenteile und Maschinen. 1924 verkauften die Tschechen und Belgier 98er mit 60 cm langen Läufen als "VZ 24" und "FN Mle 24". Auch Mauser fing bald wieder an Gewehre zu exportieren, dies waren 98b ähnliche Gewehre mit ebenfalls 60 cm Läufen. Ab 1933 wurden sogenannte Reichpostgewehre mit gebogenem Kammerstengel verkauft. Diese gingen aber auch an Bürgermilizen der NSDAP sowie SA und SS. Nun wurde auch das Interesse der Heeresleitung geweckt, denn diese kürzeren Gewehre waren weit aus handlicher als die 98b Modelle. Doch erst 3 Jahre später konnte die Weimarer Republik das nötige Geld für eine Umbewaffnung aufbringen. Gewehre 98b wurden mit kürzeren Läufen ausgestattet und folglich 98k (k = kurz) genannt. Die Produktion begann bereits 1934 bei Mauser und Sauer & Sohn und lief und dem Decknamen "Adalbert". Damit begann die Codierung der Herstellerorte- und zeit. Gegenüber dem 98b verschwanden die Fingerrillen am Schaft. Der 21. 06.1935 galt als offizieller Einführungstermin des K98k. Alle älteren Gewehre gingen zur Polizei und an NSDAP-Organisationen über.

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Schon bald bauten auch die "Erfurter Maschinenfabrik Berthold Geipel GmbH" (Erma) und "Berlin-Lübecker Maschinenfabrik" den neuen Karabiner. In Berlin-Wittenau standen noch leere Hallen von einem ehemaligen DWM Werk, in dem Mauser nun ebenfalls produzierte. Die Fabrik nannte sich dann "Berlin-Borsigwalde".
Seit 1937 stand auch die "Berlin-Suhler Waffenwerke Weimar" auf der Produktionsliste. Später, als auch Österreich, Tschechei und Polen zum Großdeutschen Reich gehörten, stellte auch "Steyr-Dailmer-Puch", "Waffenwerke Brünn" und andere Fabriken den 98k her. Das weiterentwicklte tschechische Modell, war mit dem Deutschen identisch, nur die Hülse fiel etwas schmaler aus. Das 99,5 cm lange "Gewehr 33/40" besaß ein 490 mm kurzen Lauf und wurde von den Gebirgsjägern mit großer Beliebtheit geführt. Es konnten sogar Zielfernrohre des Typs ZF41 verwendet werden. Das "WZ 29" wurde von der polnischen "Warschauer Gewehrfabrik" hergestellt und war baugleich mit den 98k. Diese Bestände gingen an die Marine und Luftwaffe. Das "G29/40" ist eine Weiterentwicklung der polnischen Variante "WZ 29", gebaut von Steyr.
Desweiteren gibt es viele Nachbauten des 98k, wie zum Beispiel der Umbau in .30-06 oder das Volkssturmgewehr "Gewehr 40".

Technische Daten
• Hersteller: Mauser-Werke Oberndorf, Waffensysteme GmbH, D-78727 Oberndorf a.N.
• Kaliber: 8x57IS oder 7,92x57 mm
• Lauflänge: 600 mm oder 23,6"
• Gewicht o. Bajonett: 4,00 kg
• Gewicht m. Bajonett: 4,35 kg
• Länge o. Bajonett: 1110 mm
• Länge m. Bajonett: 1355 mm
• Zahl der Züge: 4 rechts
• Tiefe der Züge: 0,15 mm
• Breite der Züge: 4,4 mm
• Drallänge: 240 mm
• Mündungsgeschwindigkeit: 755 m/s
• Effektive Einsatzweite: ca. 400 m
• Visierung Kurvenvisier: 100-2000 m
• Länge des gezogenen Teils: 510 mm
• Felddurchmesser: 7,89 mm
• Zugdruchmesser: 8,20 mm
• Länge des Putzstocks: 258 mm bzw 320
• Verriegelung: 2 Warzen vorne, 1 Reservewarze hinten
Zuletzt geändert von Krupp am 07.06.2006, 12:23, insgesamt 5-mal geändert.

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Pistole Luger P 08

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 18:14

Luger P 08
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Die P 08 ist eine Legende, und ein echter Hollywood-Film über den Zweiten Weltkrieg ist nicht authentisch, wenn nicht eine Luger P 08 auftaucht, mit der ein (böser) "Kraut" herumfuchtelt.

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Dass diese Waffe ursprünglich bereits 1908 beim kaiserlichen Heer in Dienst gestellt wurde (darum die Bezeichnung "Pistole 08"), und dass nicht nur ein gewisser Herr Luger, nach dem die Pistole im amerikanischen Sprachgebrauch oft bezeichnet wird, sondern auch ein Herr Borchardt entscheidend für den Bau dieser Waffe war, ist leider weniger bekannt.
Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts entwickelte der Konstrukteur Hugo Borchardt den Kniegelenk-Verschluss, der auch im Maschinengewehr MG 08 verwendet wurde, und konstruierte daraufhin den Grundtyp dieser Waffe.
Im Jahre 1899 brachte die Firma DWM eine durch Georg Luger verbesserte Waffe heraus, aus welcher schlussendlich in ihren weiterentwickelten Versionen die P 08 geschaffen wurde.
Eine dieser Varianten wurde schließlich 1908 als "Pistole 08" in das kaiserliche Heer eingeführt, wo sie die zuvor verwendeten Revolver Modelle 79 und 83 verdrängte.
Noch eine Version der P 08 mit langem Lauf (203 mm), wurde 1903 bei der Artillerie und den Festungsbesatzungen eingeführt. Bis zum Ausbruch des 1.Weltkrieges lieferte allein die Firma DWM 250.000 Stück an das kaiserliche Militär aus, wobei man insgesamt von einer Produktion von über 1,5 Millionen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs ausgeht.

- Der Ablauf bis zur Schussabgabe
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Wie allgemein bekannt sein dürfte, verloren Deutschland und seine Verbündeten den Ersten Weltkrieg und unterlagen danach dem Versailler Vertrag, welcher - in den Augen der Siegermächte - ein für alle Mal die Gefahr eines militärisch starken Deutschlands, welches als alleiniger Kriegsverursacher angesehen wurde, bannen sollte. Unter anderem erlegte das Vertragswerk der Waffenentwicklung und -produktion schwere Beschränkungen auf. So wurde unter anderem die Produktion von Faustfeuerwaffen über dem Kaliber 8 mm verboten. Als Folge dieses Vertrages wurden nur noch die Ausführungen der P 08 in Kaliber 7,65 mm produziert. Nur einer einzigen Firma (Simson & Co. in Suhl) war es offiziell erlaubt, weiterhin für Reichswehr und Polizei in Kaliber 9 mm Parabellum zu produzieren. Allerdings wurden in dieser Zeit etliche Pistolen für den Export hergestellt, die in folgende Länder verkauft wurden: USA, Niederlande, Finnland, Lettland, Portugal, Persien, Spanien, Peru, Brasilien, Bulgarien und Türkei. 1930 wurde die Produktion dann nach Oberndorf zur Mauser AG verlagert und von dort aus weitergeführt. Die Mauser P 08 spielten dann bei der Wiederbewaffnung der Wehrmacht eine gewichtige Rolle.

Zu der Technik der Waffe: Die P 08 ist ein Rückstoßlader mit kurz zurückgleitendem Lauf und einem nach oben aufknickendem Kniegelenk-Verschluss. Im Griffstück ist ein Stangenmagazin mit einer Kapazität von 8 Patronen 9x19 mm. Die Visierung besteht aus einer festen V-Kimme und einem Dachkorn, die Sicherung wird über einen Sicherungshebel an der linken hinteren Gehäuseseite betätigt. Im Gegensatz zu ihrer Nachfolgerin, der P 38 (die vielen altgedienten Bundeswehrlern unter dem Begriff P 1 bekannt sein dürfte), besitzt die P 08 keine Spannanzeige. Zwar war diese Waffe vom Prinzip her eine sehr zuverlässige und treffsichere Pistole, allerdings muss man dazu sagen, dass sie als Dienstwaffe eigentlich zu empfindlich und kompliziert ist. Der Kniegelenk-Verschluss erfordert in der Herstellung eine präzise Bearbeitung und reagiert empfindlich gegen Staub und Schmutz. Außerdem erfordert die Verriegelung durch diese Art Verschluss eine genauestens auf die Trägheit und Bewegung des Verschlusses abgestimmte Pulvermenge in der Patrone (mit fachmännischen Worten: eine exakt laborierte Parabellum Patrone), denn wenn stärker laborierte Munition verwendet wird, kann dies dazu führen, daß durch den erhöhten Gasdruck sich der Verschluss schon dann entriegelt, bevor der Gasdruck nicht auf ein für Schütze und Waffe ungefährliches Maß gesunken ist. Als geringstes Problem sind dann Verklemmungen und Ladehemmungen oftmals nicht zu vermeiden.
Allerdings war es damals weniger die Schmutzanfälligkeit, welche die Wehrmacht zu einem Wechsel der Dienstwaffen bewogen hat, sondern vielmehr die sehr hohen Produktionskosten und -zeiten. Für die Herstellung einer P 08 waren 778 unterschiedliche Arbeitsgänge erforderlich, davon 642 maschinell und die restlichen per Hand. Dies war der Hauptgrund, warum mit der P 38 ein Nachfolger für die P 08 eingeführt wurde. Ab 1942 wurde offiziell die P 08 als Dienstwaffe abgeschafft, aber allein die Tatsache, dass die Wehrmacht im Laufe des Krieges nie genügend einheitliche Waffen, egal welcher Art, hatte, ließ diese Pistole bis 1945 überleben. Die meisten Frontsoldaten hatten es sich damals sowieso zum Grundsatz gemacht, immer eine Pistole zusätzlich zum Gewehr oder der Maschinenpistole zu führen, und außerdem verschoss die P 08 ja dieselbe Munition wie ihre Nachfolgerin, so dass es eigentlich keinen triftigen Grund für einen Wechsel gab.

- Das Magazin
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Nach 1945 wurden viele dieser beinahe schon legendären Pistolen als hochgeschätzte Kriegstrophäen in die Heimat der alliierten Soldaten gebracht, die damals Deutschland besetzt hatten. Vor allem in den USA waren die "Luger", wie man dort die P 08 nannte, hochbegehrt und mancher G.I. hatte sich somit ein "Souvenir" aus Deutschland mitgebracht. Auch heute noch umgibt eine ganz besondere Aura diese Pistole, die sich mit Waffen wie dem Colt "Peacemaker" oder dem Colt 1911 den Status eines Klassikers teilt.

Technische Daten
• Hersteller: DWM, ab 1930 Mauser
• Länge: 222 mm
• Gewicht: 0,877 kg
• Lauflänge: 103 mm
• Zahl der Züge: 6
• Drall: Rechtsdrall
• Kaliber: 9x19 mm Parabellum/ 7,65 mm
• Mündungsgeschwindigkeit: 320 m/s (9 mm Para)
• Mündungsenergie des Projektils: 490 J (9 mm Para)
• Feuerrate: Einzelschuss
• Effektive Reichweite: 50 m Einsatzschussweite
• Munitionszufuhr/Magazingröße: Stangenmagazin mit 8 Schuss
• Produktion: 4,000,000+
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Pistole Walther P38

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 18:22

P 38
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Das Heereswaffenamt (HWaA) (Waffenamt WaA) suchte ab 1935 nach einem Nachfolger für die P08, die Herstellungskosten für diese waren zu hoch.
1938 lagen die Materialkosten bei 11,50 Reichsmark, die gesamte Herstellung kostete gut 32 Reichs Mark. Damit forderten die Militärs eine neue, günstigere herzustellende Standard-Faustfeuerwaffe, auch eine Ablösung der Parabellum Pistole 08 zogen sie in Erwähnung.

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Bei der Firma Carl Walther in Zella Mehlis hatte man bislang nur wenig Erfahrung mit Pistolen im Kaliber 9 mm, lediglich das "Modell 6" von 1916/17 verschoss Patronen im Kaliber 9mm. Dies und andere Modelle waren fehlgeschlagene Versuchswaffen. Mauser hatte inzwischen die "C96" und andere auf 9 mm umgerüstet und hatte damit im Gegensatz zu Walther weit aus mehr Erfahrungen mit Waffen im Kaliber 9 mm. Jedoch fand die "C96" und Mauser "HSc" bei den Militärs keine Zustimmung.
In den Jahren 1935-37 konnten viele Versuchswaffen erfolgreich getestet werden, schließlich wurde am 26 April 1940 die Walther "P38" offiziell neue Ordonnanzwaffe. Die vielen verschiedenen Versuchs, -und Testwaffen wurden je nach Ausführung AP (Armeepistole), HP (Heerespistole) oder MP (Militärpistole) bezeichnet. Die neunen Patente erhielt Walther bereits 1936, für Verschluss und Signalstift werden Georg und Erich Walther, für Verrieglung von Lauf und Verschlussstück Fritz Walther und Fritz Barthelmes genannt.
Die mit MP bezeichneten Versuchswaffen nach dem Double Action Prinzip besassen einen innenliegenden Hahn und Auszieher. Von dem Modell AP mit aussenliegendem Hahn und anderen Verbesserungen wurden etwa 200 hergestellt. Ein kleiner Teil verschoss sogar Patronen im Kaliber .45ACP. Aus dieser Testwaffe wurde dann das HP Modell, eine Waffe mit aussenliegendem Hahn, Signalstift, Spannabzug, die der direkte Vorläufer der P38 war. Nur noch wenige besassen einen innen liegenden Auszieher. Ab 1943 gab es noch in geringer Stückzahl hergestellte Test-Pistolen im Kaliber 7,65, sowie die Erprobungen mit 9 mm Ultra und verschiedenen Raketengeschossen. Ab 1939 wurde die P38 in der Truppe erprobt, ein Jahr später an das Heer geliefert und 1941 erst an die Luftwaffe. Ein gewisser Teil ging an andere bewaffnete Formationen, wie z.B. Polizei.
Doch die große geforderte Menge konnte Walther nicht allein herstellen, im November 1942 war auch Mauser und 1943 "Spree Werk" (Code cyq) in Berlin mit der Herstellung beschäftigt. Ebenso auch von Deutschland besetzte Waffenfabriken, wie z.B. in Belgien "FN" oder "Böhmische Waffenfabrik" (Code fnh), "Ceská
Zbrojovka" (CZ) und "Erste Nordböhmische Metallwarenfabrik" in der Tschechoslowakei, welche aber wiederum nur Teile (Magazine, Gehäuse) der P38 herstellte. Mauser stoppte deshalb die Produktion der Luger 08 Ende 1942.

Ab August/September 1940 entfiel das Firmenlogo der Hersteller, die Waffen bekamen einen Herstellercode. Zwischen 41 und Ende 44 lautete der Mausercode "byf", ab 45 "svw". Waltherwaffen bekamen ein "ac", sie behielten den Code bis 1945 bei. Ziel diese Art von Codes war es, Produktionsabbildungen- und quellen zu verbergen.
Am 3. April 1945 nahm die amerikanische 11th Pzr. Division die in Zella-Mehlis gelegene Firma Walther ohne Widerstand ein. Später ging dann die in Thüringen gelegene Firma an die Sowjets. Diese demontierten alle Anlangen und sprengten die Gebäude.
Am 20.04.1945 stürmten die Franzosen die Mauserfabrik, damit endete die Produktion für Deutschland. Kurze Zeit später nahm Mauser die Herstellung für Frankreich wieder auf, daher gibt es auch noch Herstellercodes wie "svw46" da die Franzosen diesen Code beibehielten.
Die von Mauser hergestellten Waffen bekamen neben dem Herstellercode eine Art "Beschusszeichen", ein Stempel mit einem Adler. Das Ziel war es, wie heute, festzustellen ob jede einzelne Waffe den Anforderungen des HWaA genügte. Das "Waffenamt" oder auch "WaA" prüfte diese auf Sicherheit und stempelte den Verschluss auf der rechten Seite direkt neben der Seriennummer und dem Herstellercode. Ebenso bekam auch der Lauf einen Stempel. "Adler-über 135" nannte sich der Stempel bis Anfang 1944, bis Ende des Krieges "Adler-über-WaA 135". Fast alle dieser von Mauser hergestellten P38 gingen an das Heer, Luftwaffe und die Kriegsmarine. Einige gingen auch an das Reichsinnenministerium, das Ministerium des Inneren, und an die Polizei. Diese bekamen einen zivilen Beschusstempel (Adler N), und als behördliche Abnahme ein Adler mit einem "L", "F", "C" oder "K" darunter.
Während des 2. Weltkrieges gab es einige Änderungen an der Waffe. Ziel war es Produktionskosten - und zeit zu sparen. Die Griffverkleidungsschalen waren bis Anfang 44 aus rotbraunen Bakelit, dann aus schwarzem Kunststoff.
Die erst neu gegründete Bundeswehr benötigte nun auch Waffen. Anfangs begnügten sie sich mit Colt Pistolen Modell 1911A1. Im Mai 1957 nahm Walther die Produktion der P38 wieder auf, im demselben Monat wurde sie als "P1" in die Bundeswehr eingeführt. Diese begannen mit der Seriennummer 001001 und hatten noch die "P38" Beschriftung. Der Bundesgrenzschutz bekam ihre ersten Waffen im Januar 1962. Wichtigste Änderung nach dem 2. Weltkrieg war die Verwendung von Aluminium Griffstücken. Diese Pistolen waren gut 170 g leichter als die mit Stahl Griffstücken. Ab der Seriennummer "312700" wurde ein verstärkter Verschluss und ab "370001 ein verstärktes Griffstück verwendet.
Auch andere Länder führten die P38 ein, darunter waren Chile, Dänemark, Norwegen, Österreich und Portugal.
Bei der P1 / P38 handelt es sich um einen Rückstoßlader mit kurz zurückleitendem Lauf und Riegelverschluss. Mit Hilfe, eines von unten umfassenden Blockes wurden Lauf und Verschluss verriegelt. Nach dem Schuss gleiten diese 5 - 7 mm nach hinten, danach kippt der Riegelblock in eine Vertiefung und der Verschluss gleitet allein weiter rückwärts. Bevor die Schließfeder den Verschluss wieder nach vorn drückt wurde das Schlagstück neu gespannt. Nun nimmt der Verschluss ein Patrone aus dem 8 Schuss Magazin mit ins Patronenlager und der Zyklus beginnt von vorn.
Bis 1942 war die Pistole P38 eine ausgereifte, sauber gearbeitete und aus hochwertigen material hergestellte Waffe. Zum Kriegsende hin, ließ die Qualität der Pistolen nach. Die bei Walther hergestellten P38 waren weniger störanfällig und erlaubten es, verschiedene Laborierungen zu verfeuern.

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Der Sicherungshebel, Verschlussfanghebel und der Montagehebel (Rohrhaltehebel) befinden sich auf der linken Seite. Mit dem Sicherungshebel kann der Schütze die Waffen auch entspannen. Wenn der Rohrhaltehebel entfernt wird, kann die Waffe in Baugruppen zerlegt werden. Der über dem Hahn liegende Signalstift zeigt dem Schützen in der Nacht ob die Waffe geladen ist.
Bei der P38k handelt es sich ebenfalls um Versuchswaffen mit extrem kurzem Lauf von 63-70 mm. Sie wurden bei Walther, in Oberndorf und Berlin hergestellt. Die in Kriegsjahren hergestellten Waffen trugen das Korn zumeist auf dem Lauf, später hergestellte auf der Brücke des Verschlusses. Außerdem gab es zwei verschiedene Modelle mit Schalldämpfern.
Technische Daten
• Hersteller:
Walther 1939 / 1370 Stk.
1940 / 24630Stk.
1941 / 100295 Stk.
1942 / 162270 Stk.
bis 1945 etwa 580000 Stk., davon 555000 Stk. an das Heereswaffenamt
• Hersteller:
Mauser ab Herbst 1942 / 15000 Stk.
1943 / 155000 Stk.
1944 / 145000 Stk.
bis 1945 etwa 400000 Stk.
• Hersteller:
Spree Werke bis 1945 etwa 260000 Stk.
• Kaliber: 9mm Luger oder 9x19 mm
• Gesamtlänge: 216 mm
• Höhe: 137 mm
• Breite: 37 mm
• Lauflänge: 125 mm
• Gewicht ungeladen: 950 g mit Stahl Griffstück
• Einsatzschussweite: 50 m
• Grösste Schussweite: 1600 m
• Gesamtproduktion 1938 bis 1945 über 1,2 Millionen
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Granatwerfer 34

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 18:27

GW 34
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Die Firma Rheinmetall produzierte ab 1932 den 80mm Granat Werfer 34.

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Bei einer V0 von 172 m/s wurde die 3,5kg schwere Wurfgranate 34 bis zu 2400 m weit geschossen. Die Streuung bei der maximalen Reichweite lag bei 65 m. Bei Kriegsausbruch waren insgesamt 4624 Stück bei der Truppe. Wenn die Waffe auf Selbstfahrlafetten montiert war, wurde sie Granatwerfer 67 genannt.

Nachfolgend die Funktionsweise der Treibladung einer 80mm Wurfgranate:

Eine Wurfgranate bestand aus:
• einer Grundladung, untergebracht im Schaft der Patrone/Granate
• mehreren abnehmbaren Treibladungen.

Granaten:
• 8 cm Wurfgranate 34
• 8 cm Wurfgranate 34 Nb
Bild

Die Treibladungen sind meistens als flache, einseitig offene Ringe um den Leitwerkschaft gelegt.
Man spricht daher auch von der 1. bis z.B. 7. Ladung. Mit der Anzahl der Treibladungen, die an der Granate belassen werden und mit der Rohrerhöhung wird die Reichweite bestimmt.
Die möglichen Kombinationen aus Abgangswinkel und Zahl der Treibladungen zur Erzielung einer bestimmten Schussweite werden aus Schusstafeln ermittelt.
Der Granatwerfer 80mm der Wehrmacht hatte insgesamt 4 Ladungen, der 12 cm Werfer 6 Ladungen, der 120 mm Mörser der Bundeswehr hat 8 Ladungen.
Für schnelle Schussfolge / Sperrfeuer wird eine größere Anzahl von Granaten durch Abnehmen der entsprechenden Treibladungen vorbereitet.

Der 80mm Granatwerfer, war ein der wichtigsten Waffen der Deutschen Armee im 2.Weltkrieg. Er konnte sowohl offensiv, als auch auch in der defensive sehr effizient eingesetzt werden. Die Alliierten erlitten durch den geschickten Einsatz des Granat Werfer 34 die enorm hohe Verluste bei der Invasion in Italien.

Technische Daten:
• Kaliber: 80mm
• Länge: 1143mm
• Gewicht: 57kg
• Reichweite: 2400m

Granaten:
• 8 cm Wurfgranate 38
• 8 cm Wurfgranate 39
• 8 cm Wurfgranate 38 Deut

Bild
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Flammenwerfer 34

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 18:39

FW 34
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Der im Jahre 1934 eingeführte Flammenwerfer 34 war für eine 1.Mann Waffe mit 36 kg zu schwer. In den beiden Behältern wurde 11,8 Liter Flammöl Nr. 19 und Stickstoff-Druckgas mitgeführt. Diese Flammenwerfer wurden bis 1941 produziert.

- Flammenwerfer 34 in Aktion
Bild
- 2 Mann Trupp mit Flammenwerfer 34
Bild

Ersetzt wurde der Flammenwerfer 34 durch den Flammenwerfer 40 klein, der nur noch ein Gewicht von 21,8 kg hatte. Diese Gewichtseinsparung wurde aber mit der reduzierung des Flammölvorrats auf 7,5 Liter erkauft. Zudem waren die beiden Behälter nun ringförmig ineinander angeordnet.

- Flammenwerfer 41
Bild

Die nächste Weiterentwicklung war der schwere Flammenwerfer 41 mit einem Gewicht von 22 kg. Der Ölvorrat betrug 7 Liter, als Druckmittel wurde Wasserstoff verwendet. In den kalten Regionen der Ostfront waren diese Geräte aber sehr Störanfällig, so dass sie durch den verbesserten Flammenwerfer mit Strahlpatrone 41 ersetzt wurden. Diese 18 kg schweren Geräte besassen zusätzlich ein Magazin mit 10 Zündpatronen. Auch hier betrug der Flammölvorrat 7 Liter, die Reichweite betrug 30 m. Er wurde zum Standartflammenwerfer der Wehrmacht, er wurde aber auch exportiert oder an zivile Dienststellen wie Polizei und Feuerwehr abgegeben. Letztere nutzte die Flammenwerfer, um nach schweren Bombenangriffen die Leichen zu verbrennen
Zuletzt geändert von Krupp am 07.06.2006, 18:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Panzerfaust 30

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 18:44

Panzerfaust 30
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Als das Schicksal im Sommer 1944 des deutschen Reiches bereits besiegelt war, wurde mit einem riesigen Propagandaaufwand eine neue Panzerabwehrwaffe in den Dienst gestellt, die Panzerfaust.
Dadurch erhoffte man sich eine Verbesserung der Moral für die Truppen und für die effektive Bekämpfung der vielen gegnerischen Panzereinheiten.

-Panzerfaust 30
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-Panzerfaust 60
Bild
-Panzerfaust 100
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Die Vorteile der Panzerfaust waren die einfache Bedienung und Einweisung, die geringen Produktionskosten und eine sehr effektive Durchschlagskraft. Dem standen aber auch Nachteile gegenüber: häufige Blindgänger, geringe Reichweite und Bedienungsfehler durch schlecht ausgebildete Soldaten (Volksturm).
Die Hohlladung garantierte eine hohe Durchschlagskraft, die sich im Sprengkopf befindet.
Schon am Ende des 18. Jahrhunderts war die Hohlladung bekannt, aber militärisch wurde sie erstmals am 10. Mai 1940 bei der Eroberung des Forts Eben Emael von deutscher Seite aus eingesetzt.
Die Effektivität einer Hohlladung liegt darin, dass sie weder von der Auftreffgeschwindigkeit oder der Schussweite abhängig ist und dadurch eine ideale Angriffswaffe gegen gepanzerte Ziele ist.

Bild

Die Durchschlagskraft ist wiederum von der Art des Hohlkegels und des verwendeten Sprengstoffes abhängig.
Der Drall war der entscheidende Nachteil auf die Durchschlagskraft, der durch die Zentrifugalkraft ausgelöst wurde.
Dieses Problem wurde durch ein Leitwerksstabilisierung gelöst (ab der Panzerfaust 150) und dieses Hohlladungsprinzip ist auch in der modernen Panzerbekämpfung aktuell und verbessert worden

Technische Daten der Panzerfaust 30
• Hersteller: HASAG Hugo Schneider AG
• Länge: 985 mm
• Gewicht: 3,2 kg
• Lauflänge: 800 mm
• Kaliber: 33 mm
• Treibladung (Schwarzpulver): 54 g
• Hohlladungskegeldurchmesser: 100 mm
• Sprengladung (1:1 Mischung von TNT und Trihexogen): 400 g
• Projektilgeschwindigkeit: 28 m/s
• Effektive Reichweite: 30 m
• Durchschlagsleistung: 140 mm

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Deutsche Minen

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 18:53

Deutsche Minen
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Minen werden allgemein in drei Klassen unterteilt:
• Anti-Personen-Minen, die heutzutage von der UNO geächtet sind.
• Anti-Fahrzeug-Minen (Panzer-Minen)
• Wasserminen, die man im Wasser verlegt, um Flussläufe zu sperren oder Küstenabschnitte zu sichern.
Minen sind immer dazu da, das Vordringen des Gegners zu verlangsamen oder vorübergehend ganze Kampfräume abzuriegeln.

Die Springmine 35
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Diese Spring-Mine (S.Mi.), die in den Boden eingegraben wurde, sprang nach der Zündung bis zu 1,5 m hoch (je nach Bodenbeschaffenheit) und explodierte 0,5 Sekunden später. Bei dieser Explosion zerlegte sich die Mine in 365 kleine Stahlkugeln und Splitter, die sich in einem Radius von 100 m verteilten, wobei ein Mensch im Abstand von 25 m sicher getötet wurde. Die Mine war eine 130 mm hohe Büchse mit einem Durchmesser von 122 mm.
Sie wog 3,9 kg und wurde durch den, im Deckel sitzenden S.Mi. - Zünder 35 ausgelöst, mit dem die Mine 236 mm hoch war. Bereits ab einem Druck von 3 kg löste die Mine aus, eine
2 g große Pulverladung schleuderte die Mine in die Luft und zerlegte sie. Zusätzlich gab es für diese Mine einen Zug-Zünder, der es erlaubte, die Mine auch als Stolperdrahtmine, Schleudermine oder Fussschlingenmine zu verwenden. Gleichzeitig war auch eine Kombination aus Druck und Zugzündern möglich. Die Mine wurde erst ab August 1938 ausgeliefert. Bei Kriegsausbruch waren 706.000 Minen bei der Truppe. Der Typ wurde in England, den USA und Frankreich kopiert. Die französischen Minen erhielten als Beute die Bezeichnung S.Mi. 422(f) und wurde im Atlantikwall eingesetzt.

Die Schützenmine 42
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Diese Mine war ein Provisorium, deren Körper aus einem 13 x 10 cm grossen Sperrholzkasten bestand, um das Aufspüren der Minen durch den Gegner zu erschweren. Die Minen waren 5 cm hoch und mit dem 0,2 kg schweren Sprengkörper 28 gefüllt. Zum Auslösen der Mine genügte ein Druck von 2,5 kg auf den Klappdeckel. Insgesamt betrug das Gewicht dieser Mine 0,5 kg. Das Aufnehmen einmal verlegter Schützenminen 42 war verboten.

Die Tellermine 42
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Ab August 1942 ging dieser Minentyp in Produktion. Sie hatte einen Durchmesser von 313 mm und eine Höhe mit Zünder von 91 mm. Der Sprengstoffanteil betrug 5 kg, das Gesamtgewicht 9,8 kg. Der Auslösedruck betrug auch hier 210 kg. Dadurch wurde gewährleistet, dass die Panzerkette ganz auf der Mine stand, wenn diese explodierte.
Um ein Räumen der verlegten Minen zu erschweren, wurden vom General der Pioniere Holzausführungen der T-Mine verlangt. Die bei der Firma Schuppke in Berlin entwickelten Muster von 10 und 12,5 kg Gewicht hatten einen Sprengstoffanteil von 7,5 und 10 kg. Die Versuche wurden aber nach zahlreichen Unfällen mit Holzminen abgebrochen.

Die Holzmine 42
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In einem Kasten von 32,5 x 31 cm und 12 cm Höhe, wurde diese Mine untergebracht. Bei einem Gewicht von ca. 8 kg betrug der Sprengstoffanteil 5,4 bis 5,6 kg.
Durch die Holzverkleidung war ein lokalisieren dieser Minen fast unmöglich.
Die Mine explodierte bei einem Druck von 220 kg. Die aus Holz gefertigten Minen waren sehr unsichere Waffen, da durch Feuchtigkeit das Holz verquoll und Leimkanten abreissen konnten.

Die Topfmine 4531
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Ein Gehäuse von 140 mm Höhe und 317 mm im Durchmesser umfasste diese Mine.
Die metallfreie Mine bestand aus gepresstem Holzmehl und einer Teermischung, die Zünderteile bestanden aus Glas. Die Druckplatte mit einem Durchmesser von 150 mm zerbrach bei einer Belastung von 150 kg und zerdrückte die beiden Glasampullen des chemischen Zünders SF-1.Die Mine wurde ab März 1944 gefertigt.

Die Schrapnellmine 44
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Die Schrapnelmine 44 wurde ab 1944 hergestellt. Sie entsprach in etwa der Schrapnellmine 35, hatte aber nur einen Durchmesser von 102 mm. Zu unterscheiden waren die beiden Minen dadurch, daß das Standrohr mit Verschlußschraube bei der S.Mi. 44 nicht in der Mitte, sondern außen angeordnet war.

Die Kugeltreibmine 41

Diese 35 kg schwere Mine enthielt 12kg Sprengstoff. Mit dem Bodenkasten war diese Mine 485 mm hoch.
Aus dem kugelförmigen Oberteil von 380-mm-Durchmesser wurde eine 1,4 m lange Antenne teleskopartig ausgefahren. Im Wasser löste sich ein Salzstück auf, die dadurch frei werdende Feder schob diese Zünderstange aus.
Zuletzt geändert von Krupp am 07.06.2006, 19:20, insgesamt 2-mal geändert.

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Hahftholladung 3

Beitrag von Krupp » 01.05.2003, 19:26

HL 3
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Die Hafthohlladung 3 HL war eine vergrösserte Panzer Haftmine (PAHM) mit einer Ladung von 1,5 kg anstelle von 1 kg. Der Körper hatte 150-mm-Durchmesser und war mit den drei Haftmagneten fast 275 mm hoch. Diese Ladung mit 3 kg Gesamtgewicht klebte mit einer Kraft von 45 kg an der Panzerung; sie durchschlug fast 140 mm. Die halbkugelförmige Ladung wurde später durch eine konische mit 1,7 kg Gewicht ersetzt, und die HHL 3 wog nun 3,5 kg. Von den 553 900 produzierten Stück gab es im März 1945 noch 59 000.

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Wieder aufgegeben wurden nach einer Kleinserie die 0,5 kg schweren Haftkörper, an denen wahlweise Büchsen mit dem Motorstoppmittel, verschiedene Brandladungen befestigt werden konnten. Versuche blieben die Motorstopp-Handgranate, die seit Dezember 1940 beim Waffenprüfamt 9 entwickelt wurde, die Betäubungs-Handgranate und zwei verschiedene Kampfstoff-Handgranaten der SS-Waffenakademie. Die letzteren trugen Füllungen aus Azin bzw. 0-Salz.
Zuletzt geändert von Krupp am 07.06.2006, 19:25, insgesamt 1-mal geändert.

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Raketen Panzerbüchse "Panzerschreck"

Beitrag von Krupp » 07.05.2003, 07:49

Raketen Panzerbüchse "Panzerschreck"
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- Panzerschreck41
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Die deutsche Raketenpanzerbüchse war eine vergrösserte Panzerfaust mit Kaliber 88mm und einem Gewicht von 9,5 kg bei 1,64 m Länge.
Der Panzerschreck verschoss 3,3-kg schwere Gefechtsköpfe, die elektrisch gezündet wurden.

Wie auch die amerikanische Bazooka, hatte der Panzerschreck einen Hohlladungssprengkopf. Im Gegensatz zum amerikanischen Kaliber von 60 mm mit einer 0,23 kg schweren Hohlladung, hatte die deutsche Raketenpanzerbüchse aber von Anfang an eine stärkere, Raketengetriebene Granate.

Stabilisierungsflächen sorgten für einwandfreie Flugbahn der Granaten.
Die Durchschlagskraft des Panzerschreck, vor allem der vergrösserten Version mit Kaliber 100mm und 2 m Rohrlänge erwies sich als ausgezeichnet, und auch die Reichweite war mit bis zu 500 m (sichere Treffer bis 200 m) deutlich besser als bei der Panzerfaust.
Dennoch blieb der Einsatz des Panzerschrecks wegen des starken Feuerstrahls und der damit schnell auszumachenden Position des Schützen an günstige Geländeverhältnisse gebunden.

- Panzerbüchse 54
Bild

Produltionszahlen der Raketenpanzerbüchse
(bis Dezember 1944 RPzB 54, danach RPzB 54/1):
• 1943: 50’835
• 1944: 238’316
• 1945: 25’744 (Januar bis März)
• Total: 314’895


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