D - Erich Topp

Hier wird über alles diskutiert das in die Zeit des 2. Weltkriegs fällt.
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Krupp
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D - Erich Topp

Beitrag von Krupp » 29.02.2004, 16:34

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>Erich Topp<

• Geb.02.Juli 1914
• Fregattenkapitän

Auszeichnungen:
• Ritterkreuz 20.06.1941
• Eichenlaub (087) 11.04.1942
• Schwerter (017) 17.08.1942

Erich Topp wurde in der Leine-Stadt Hannover als Sohn des Ingenieurs Johannes Topp geboren. Die Kindheit verbracht er bis zu seinem achten Lebensjahr in Celle, dann wurde nach Hannover umgezogen. Neben der Bündischen Jugend war Erich Topp Mitglied in der Celler Musikantengilde. Nach dem Abitur und dem halbjährigen Arbeitsdienst in der Organisation "Todt" zog es ihn nach Kiel. Dort schrieb er sich als Student der Humanmedizin ein, was zwangsläufig mit einer SS Anwärterschaft verbunden war.
Zugunsten einer militärischen Karriere bei der Reichsmarine brach er dieses Studium ab und trat am 8. April 1934 mit 318 anderen jungen Männern seinen Dienst als Offiziersanwärter an.

Die infanteristische Grundausbildung in Stralsund auf dem Dänholm folgend, erfolgte die seemännische Ausbildung vom 14. Juni 1934 bis zum 26. September 1934 auf der „Gorch Fock“.
Am 27.September 1934 ging es dann mit dem leichten Kreutzer „Karlsruhe“ bis zum 16.Juni 1935 nach Nord und Südamerika, Salon und Parkettreise genannt.
Es folgte die Offiziersausbildung in Flensburg-Mürwik, anschliessend ein Präsenzeinsatz als Adjutant und 2. Torpedooffizier während des Spanischen Bürgerkrieges 1936, ebenfalls auf der „Karlsruhe“.
Dieser leichte Kreutzer diente gelegentlich als U-Bootzielschiff, wobei Topp erste Bekanntschaft mit Karl Dönitz (FdU) machte.

Am 5. Oktober 1937 kam er schließlich zur U Boot Waffe und begann die Ausbildung in der U Boot Schule in Neustadt/Holstein. Am 1. Juni 1938 waren die Kurse beendet. Während seiner Zeit in Neustadt knüpfte sich die Bande zu Engelbert "Bertl" Endrass, der weniger Glück als Erich Topp haben sollte.

Da im Juni 1938 kein Boot frei war, wurde Erich Topp als Ausbildungsoffizier zunächst an die Marineunteroffizier-Lehrabteilung nach Kiel Friedrichsort als Ausbildungsoffizier versetzt.

Am 26. September 1938 trat Erich Topp seinen Dienst auf U-46 unter Kaleuin Herbert Sohler an, dass zur 7. U-Flottille Wegener in Kiel gehörte. Ab dem 2. November 1938 war Erich Topp Wachoffizier auf dem Boot und nimmt im April 1940 dann an der "Weserübung", der Besetzung Norwegens teil.

Nach vier Patrouillenfahrten übernahm Topp am 5. Juni 1940 das Kommando von U-57:

• Typ: IIC
• Verwendung: Küsten U-Boot
• Formverdrängung gesamt: 435 Tonnen
• Anzahl In Dienst gestellter Boote: 8
• Länge: 43,9 Meter
• Aktionsradius in Seemeilen über Wasser: 3800 sm bei 8 Knoten
• Aktionsradius in Seemeilen unter Wasser: 35-43 sm bei 4 Knoten
• Höchstgeschwindigkeit über Wasser: 12,0 Knoten
• Höchstgeschwindigkeit unter Wasser: 7,0 Knoten
• Bewaffnung: 5 Torpedos

Es gelang ihm und seiner Besatzung sechs Schiffe mit einer Gesamtzahl von 36,862 Tonnen zu versenken. U-57 sank am 3. September 1940 nach einem Unfall mit dem Norwegischen Schiff „Rona“ in der Schleuse von Brunsbüttel. Sechs Seeleute fanden eingeschlossen in der Stahlröhre den Tod.
Es konnte nie geklärt werden, ob es sich tatsächlich um einen Unfall oder um einen absichtlich herbeigeführten Zusammenstoss des norwegischen Schiffes gehandelt hat.
Erich Topp wurde in der folgenden Seekriegsverhandlung von jeglicher Schuld freigesprochen.

Am 4. Dezember 1940 wird U-552 in Dienst gestellt, bei dem Erich Topp das Kommando bekommt, welches fortan unter dem Spitznamen "Das rote Teufelsboot" bekannt werden soll.

- Der Turm von Topps U-552 mit den 2 Teufeln.
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• Typ: XXI
• Verwendung: Hochseetaugliches U-Boot
• Formverdrängung gesamt: 1819 Tonnen
• Länge: 76,7 Meter
• Aktionsradius in Seemeilen über Wasser: 15500 sm
• Aktionsradius in Seemeilen unter Wasser: 282 sm bei 6 Knoten
• Höchstgeschwindigkeit über Wasser: 15,5 Knoten
• Bewaffnung: 23 Torpedos oder 17 Torpedos und 12 Minen

U 552 operierte von St. Nazaire/Bretagne aus im Rahmen der 7. U-Flottille. Das Haupteinsatzgebiet lag im Nordatlntik, Nordkanal, vor Gibraltar, Neufundland und Nordamerika. Dort machte sich Topp einen Namen im Zuge der Operation "Paukenschlag". U 552 gehörte zur ersten Welle des Schlages gegen nordamerikanische Ziele.
Am 31.Oktober 1941 passiert es dann. Das amerikanische Kriegsschiff „USS Reuben James“ wird torpediert und sinkt. Das erste amerikanische Kriegsschiff, welches während der Atlantikschlacht versenkt wird.

Nach 17 Einsätzen übernahm Erich Topp im Herbst 1942 das Kommando über die 27. U-Boot Flottille in Gotenhafen. Hier bildete der konvoierfahrene Krieger neue Besatzungen taktisch aus. Acht bis zehn Boote kamen im zwei Wochen-Rhythmus, deren Besatzungen trainierten zwischen Bornholm und Libau den Angriff auf Konvois.
In Gotenhafen lernte Erich Topp auch seine Frau Ilse kennen und lieben.
1944 wurde er Leiter der taktischen Erprobung der neunen Typ XXI und XXIII Boote.

- Erich Topp und Mannschaft

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Im Frühjahr 1945 dann kurze Zeit Kommandant der Typ XXI Boote U 3010 (11. März bis 26. April 1945) und U 2513 (bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945).
Seine letzte Fahrt sollte Topp nach Horten/Norwegen führen. Am 8. Mai 1945 wird im Oslofjord die Flagge eingeholt und das Boot den Engländern übergeben

Am 26. August 1945wurde Erich Topp aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen.

Erich Topp beendete den Krieg als Fregattenkapitän.

Er hat während des Krieges 34 Schiffe mit einer Tonnage von 191.391 Tonnen versenkt. Dies machte ihm zum dritt erfolgreichsten Kommandanten seiner Zeit, nach
Otto Kretschmer (266.629 BRT) und Wolfgang Lüth (225.713 BRT).


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Beitrag von Nachtmeister » 29.12.2006, 23:25

Möchte bei der Passage zur Operation "Paukenschlag" etwas korregieren:

So wie an dieser Stelle geschrieben, hört sich das an, als wenn U 552 während der oben genannten Operation die "Reuben James" versenkt hätte. Dies ist aber nicht richtig. Operation Paukenschlag begann im Januar 1942 um den Handelschiffsverkehr quasi vor der Haustür der USA zu schädigen. Von dieser Operation versprach sich die deutsche U-Bootführung deshalb Erfolg, weil die Amerikaner noch kein eigenes Geleitzugsystem eingeführt hatten, denn die USA war ja erst seit dem 7.Dezember 1941 (Überfall auf Pearl Harbour) offiziell im Krieg. Die Versenkung der "Reuben James" geschah wie richtig dargestellt am 31.10.1941, also vor der Kriegserklärung des Dritten Reichs an die USA, die am 11.Dezember 1941 erfolgte.
Die Versenkung des amerikanischen Zerstörers hatte nämlich zu ihrem Zeitpunkt eine große politische Brisanz. Deutschland wußte, das die USA eigentlich völkerrechtswidrig seit Anfang 1941 Großbritannien durch bewaffnete Geleitzüge unterstützte, obwohl Präsident Roosevelt die USA bis dato für neutral erklärt hatte. Die deutsche Marineführung wollte aber einen "2. Lusitaniazwischenfall" wie im 1.WK vermeiden und befahl daher ausdrücklich kein amerikanisches Kriegsschiff anzugreifen, selbst dann nicht, wenn dieses das deutsche U-Boot von sich aus angreifen sollte. Erich Topp mußte nach dieser Versenkung sogar mit einem Kriegsgerichtsverfahren rechnen, wobei ihm aber der Lauf der Ereignisse zu Hilfe kam, denn nach dem Überfall Japans auf Pearl Harbour befanden sich die USA ja dann offiziell im Krieg.

Noch genauere Einzelheiten zu diesem Zwischenfall findet man in dem eigenen Lebensbericht "Fackeln im Sturm" von Erich Topp (als Buch im Köhler Verlag ISBN 3-7822-0833-1 erschienen).

Finde das Buch allerdings sonst in Bezug auf den 2.WK nicht so empfehlenswert, weil Erich Topp hier sehr viel über seinen Werdegang in der Nachriegszeit und seinen Eintritt in die Bundeswehr schreibt.

Gruß Nachtmeister
"In war there is no substitute for victory."

Douglas MacArthur

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