Franz Staudegger - 22 Abschüsse an 1 Tag

Hier wird über alles diskutiert das in die Zeit des 2. Weltkriegs fällt.
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Panzermayer
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Franz Staudegger - 22 Abschüsse an 1 Tag

Beitrag von Panzermayer » 09.09.2002, 19:23

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[...] SS-Unterscharführer Franz Staudegger aus Wendorffs 2. Zug konnte den Angriff seiner Kompanie am Morgen jenes 8. Juli nicht unterstützen, da sein Tiger aufgrund eines technischen Defektes ausgefallen war. Er bleibt daher in Teterewino zurück. Wenige Stunden später wird ihm ein aus nordostwärtiger Richtung angreifender russischer Panzerverband gemeldet, etwa fünf- zig bis sechzig T 34 sollen im Anrollen sein.


ZWEIUNDZWANZIG PANZERABSCHÜSSE

„Ich fahre nicht zur Kompanie, ich mache freie Jagd", sagt er zu Rolf Schamp, dessen Tiger ebenfalls ausgefallen ist. Staudegger zögert keine weitere Sekunde, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wird sein Tiger wieder notdürftig fahrbereit gemacht und der Kärntner fährt ganz allein in die angegebene Richtung, aus der die Feindpanzer gemeldet worden sind. Sein Fahrer ist der SS- Sturmmann Herbert Stellmacher, Funker SS-Panzerschütze Gerhard Waltersdorf, Richt- und Ladeschütze die SS-Panzerschützen Heinz Buchner und Walter Henke. Unterwegs meldet ihm ein Grenadier, dass bereits fünf Sowjetpanzer die eigenen Stellungen durchbrochen haben. Kurz darauf beobachtet Staudegger, wie zwei T 34 durch Nahkampfmittel ausgeschaltet werden. Die drei an- deren kann er innerhalb kürzester Zeit abschießen. Da erscheinen plötzlich zwei T-34 auf dem Bahndamm. Rasch sind beide mit Volltreffern vernichtet. Nun fährt er weiter, über die eigenen Infanteriestellungen hinaus, ins Niemandsland, völlig auf sich allein gestellt. Ein Mann gegen sechzig Feindpanzer. Da sieht er sie. Aus einem hinter dem Bahndamm gelegenen Wäldchen tauchen fünf weitere Panzer auf. Staudegger gibt seine Anweisungen. Sofort hat Heinz Buchner den ersten in der Optik erfaßt und setzte ihm einen Schuß in den Turm, worauf er explodiert. Nun eröffnen die anderen T 34 ihr Feuer auf den Tiger. Staudegger schießt ununterbrochen und kann in diesem un- wahrscheinlich harten Feuerkampf alle fünf Sowjetpanzer abschießen.

Doch nun quellen immer weitere Panzer aus dem Wald hervor, Staudegger nimmt sofort den Kampf an. Schnell kommen seine Befehle an den Richtschützen, Richten, Schießen und Treffen ist eins. Walter Henke leistet als Ladeschütze Schwerstarbeit, ununterbrochen wuchtet er eine neue 8,8-cm-Granate in den Verschluß der Kanone. Herbert Stellmacher hält den Tiger ständig in Bewegung, geschickt rochiert er vor dem gegnerischen Panzerrudel, damit die Feindpanzer sich nicht auf den einsamen Tiger einschieben können. Die grünen T 34 mit ihrem roten Stern sind nicht weit entfernt. Zwei Stunden dauert dieser einsame Kampf des Tigers, dann hat Staudegger in diesem erbittert geführten Kampf insgesamt siebzehn Panzer abgeschossen. Selbst erhaltene Treffer bleiben wirkungslos. Daraufhin sieht der Gegner ein, daß an dieser Stelle kein Durchkommen möglich ist und dreht ab. Staudegger denkt jedoch keineswegs daran, nun zur eigenen Sicherungslinie des Regiments Deutschland zurückzukehren. Er will mehr. Entgegen jeder Vorsicht setzt er seinen Tiger in Bewegung, um den Panzerverband aufzuspüren. Ein toll- kühner Entschluß, dessen Aussichten auf Erfolg denkbar gering sind, denn die Gefahr, in eine Falle der Sowjets zu laufen, ist sehr groß. Doch Staudegger hat andere Gedanken. Langsam rollt der schwere Tiger weiter vor, mit größter Anstrengung und unter voller Konzentration aller Sinne sucht er das Gelände ab. Eine Panzergranate befindet sich in der Kanone und Buchner lauert in Höchstspannung an der Optik. Plötzlich sieht er sie, in einer Mulde haben sich die Feindpanzer gerade wieder bereitgestellt. Mit aufheulendem Motor schießt der Tiger heran, stoppt abrupt und schon peitscht der erste Schuß heraus und trifft sein Ziel. Granate auf Granate verläßt den Tiger und mitten aus dem Panzerrudel schießt Staudegger erneut fünf T 34 heraus. Nun ist die Panzermunition verbraucht, also Sprenggranaten laden und sofort weiterschießen. Vier weitere T 34 erhalten sichtbare Treffer.
Nun setzt bei den Sowjets das blanke Entsetzen ein, dieser eine Tigerpanzer scheint für sie un- überwindfich. Die restlichen Panzer ergreifen panikartig die Flucht, um der vollständigen Vernichtung zu entgehen. Staudegger setzt sich nun im Rückwärtsgang mit seinem schweren Panzer vom Feind ab, dabei stets den Gegner im Auge behaltend, um vor Überraschungen sicher zu sein. Er hat seine Munition restlos verschossen und der Motor beginnt auch schon zu stottern, es wird höchste Zeit, sich vorn Gegner zu lösen. Die Grenadiere des Regiments Deutschland winken Staudegger und seiner tapferen Besatzung begeistert zu. Sie wissen, was sie denen zu verdanken haben. Der zwanzigjährige Kärntner hat durch seine tollkühne Tat einen drohenden Einbruch starker feindlicher Panzerkräfte verhindert, deren Ziel es war, die Rollbahn für ihre im Südwesten vom Nachschub abgeschnittenen Verbände freizukämpfen. Zweiundzwanzig Panzer hat Staudegger dabei abgeschossen. Ein von der 2. Kompanie des Regiments Deutschland angesetzter Spähtrupp bestätigt die Abschüsse Staudeggers später. Am folgenden Tag reicht der Kommandeur SS-Obersturmbannführer Schönberger den Verleihungsantrag zum Ritterkreuz ein. Bereits einen Tag darauf, am 10. Juli 1943, wird SS-Unterscharführer Franz Staudegger die hohe Auszeichnung verliehen.

Für die Kompanie ist die Auszeichnung an Franzl zunächst nicht ganz verständlich, da keiner von seiner Einzelaktion am 8. Juli wußte, die Kompanie kämpfte ja an anderer Stelle. Er ist der erste Angehörige der Tigerkompanie und zugleich der erste Österreicher, der in der Leibstandarte das Ritterkreuz erhält.

[aus: Michael Wittmann und die Tiger der Leibstandarte, von Patrick Agte]

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Gruß Panzer ;)
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Beitrag von Krupp » 13.09.2002, 13:08

Hi Panzermayer

Guter Bericht über den Franzl!!
Habe auch schon über diesen Rekordabschuss Staudeggers gelesen.
Der Junge musste Nerven wie Drahtseile haben!
Ich sage ja, Tiger I - Rulez

Gruss & weiter so :wink:

Krupp
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Gast

Beitrag von Gast » 13.09.2002, 17:30

[SSN]Krupp hat geschrieben:Hi Panzermayer

Guter Bericht über den Franzl!!
Habe auch schon über diesen Rekordabschuss Staudeggers gelesen.
Der Junge musste Nerven wie Drahtseile haben!
Ich sage ja, Tiger I - Rulez

Gruss & weiter so :wink:

Krupp
Hmm, ich bin ebenfalls der Meinung, dass der Pzkpfw VI-E- ein ausserordentlich guter und wichtiger Panzer war, zumal er zu einer Zeit an die Front kam (ab Ende 1942), in der der Tiger als "rollender Bunker" herrvorragende Abwehrleistungen erbringen konnte. Beste Beispiele sind gerade Charkow, Kursk und die Nordfront (Leningrad, Pleskau, Dünaburg,...), aber natürlich auch die Normandie.
Ich denke, dass der Tiger 1943/44 auf jeden Fall mehr bewegt hat, als der Panther!

Gruß Panzer

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Beitrag von Krupp » 13.09.2002, 22:35

Hi Panzer

Da muss ich Dir recht geben, obwohl auch der Panther ein sehr guter Panzer war, im Prinzip der technisch beste im WWII.
Aber der Tiger I hat schlicht & ergreiffend mehr Akzente gesetzt und war nicht umsonst beim Gegner Berühmt/Berüchtigt.

Gruss :wink:

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Beitrag von Blitzkrieg » 18.06.2004, 21:34

Wow , über diesen tapferen Burschen hab ich noch nie etwas gelesen , oder er entfällt mir gerade !

Auf jeden fall eine ehrgeizige aber auch sehr tollkühne Aktion gewesen..

Aber , hoch in Ehren den Jungen.

Mit freundlichen Grüßen


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Beitrag von Majo » 18.06.2004, 22:03

Das witzige is nur, dass er im gesamten Krieg nur etwas mehr als 30 Abschüsse hatte, von denen er 22 an einem Tag hatte. Schon etwas seltsam :lol:

Majo :wink:
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wirklich ein Held??

Beitrag von LandserXXX » 25.01.2008, 20:39

Ich habe das Buch von meinem Opa (4 Jahre Ostfront, 5. SS-PzDiv. Wiking) geerbt und als kritischer und politisch aufgeklärter Mensch gelesen.

Auch wenn diese Einzeltat beindruckende ist, sollte man den "Franzel" nicht in den Himmel loben:

1. Die Abschüsse hat sein Richtschütze erzielt, sein Fahrer hat den Wagen in Bewegung gehalten und der Ladeschütze musste Schwerstarbeit leisten. Kurz: Es war eine Leistung ALLER (Allerdings war es ja üblich, dass nur der Kommandant dafür Lorbeeren erhielt)

2. Staudegger war menschlich ein Arsch und hatte einen schlechten Ruf in der Kompanie. Es gibt diverse Stellen in dem Buch darüber.

3. Staudegger wurde nach der "Glanztat" im Herbst 43 Offiziersanwärter und hat es bis Kriegsende nicht zum Offizier gebracht. Am Ende war er Standartenoberjunker.

3.1. Sein Richtschütze Buchner wurde auch OA und war im Frühjahr 45 Staudeggers Zugführer.....

Lässt beides nicht auf die Intelligenz Staudeggers schließen.

4. Als Kommandant eines Panzer III hat er im Februar 43 wegen purer Arroganz fast den Unfalltot/Verstümmelung eines seiner Besatzungsmitgliedern selber verursacht.

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Panther vs. Tiger

Beitrag von LandserXXX » 25.01.2008, 20:45

Auch hier finde ich wieder den übliche Glauben, dass der Tiger (P VIE) besser war als der Panther V.

Der hatte Panther zwar eine dünnere Panzerung gehabt, aber war diese leistungsfähiger als die des Tiger, da sie eine Neigung hatte.

Die KwK des Panthers hatte trotz den Kalibers 75mm eine höchere V0 und Durchschlagskraft. (141mm gegen 110mm bei 30° auf 500m)

...konnte es am Anfang auch nicht glauben.

Allerdings war der Tiger im Winter 43/44 tatsächlich technisch ausgereifter als der Panther, da der Tiger I damals schon über ein Jahr an der Front war.

Marc Anton
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Re: Panther vs. Tiger

Beitrag von Marc Anton » 26.01.2008, 03:00

LandserXXX hat geschrieben:Auch hier finde ich wieder den übliche Glauben, dass der Tiger (P VIE) besser war als der Panther V.

Der hatte Panther zwar eine dünnere Panzerung gehabt, aber war diese leistungsfähiger als die des Tiger, da sie eine Neigung hatte.

Die KwK des Panthers hatte trotz den Kalibers 75mm eine höchere V0 und Durchschlagskraft. (141mm gegen 110mm bei 30° auf 500m)

...konnte es am Anfang auch nicht glauben.

Allerdings war der Tiger im Winter 43/44 tatsächlich technisch ausgereifter als der Panther, da der Tiger I damals schon über ein Jahr an der Front war.
Und wo genau steht das ?
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