Der längste Tag

Hier wird über alles diskutiert das in die Zeit des 2. Weltkriegs fällt.
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[GDC] Helmut
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Beitrag von [GDC] Helmut » 08.06.2004, 14:38

Ich muss dem ebenso zustimmen! Der Bruder meiner Oma (also mein Großonkel) ist Ende '44 in Italien im Alter von 17 Jahren als junger Wehrmachtssoldat gefallen. Ihr Vater (mein Uropa) hat den Krieg überlebt, obwohl er ständig an der Ostfront im Einsatz war. Meine Oma hat bis heute noch nie darüber sprechen wollen und ist Fragen immer ausgewichen.
Auch die Veteranen aus den Dokus können die Erlebnisse nicht verarbeiten. Man sieht heute noch, wie sie in Tränen ausbrechen.
Gruß, Helmut87 :wink:


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fragz_pain
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Beitrag von fragz_pain » 10.06.2004, 01:16

sers

auch mein opa (gott hab ihn seelig!!) war an der ostfront. hat den krieg überlebt, war aber in russischer kriegsgefangenschaft! heftige zeiten damals! kann man sich kaum vorstellen, was die männer damals mitmachen mussten, physisch wie auch psychisch natürlich!!!

er hat nie gern darüber gesprochen!

und wenn ich dann sehe, wie sie in den medien (filme und computerspiele) immer als die bösen deutschen dargestellt werden (in: "der längste tag" zum glück nicht), dann krieg ich ne mordswut! denen hat das früher sicher auch keinen spass gemacht und sie haben auch nur befehle befolgt. wie jeder soldat das getan hätte.
______peace______

-=fraGZ_pain=-
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"Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen."

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Krupp
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Beitrag von Krupp » 11.06.2004, 13:59

Hallo Spoon, Helmut und fraggz

Absolut richtig, da sind wir einer Meinung!!
Ich krieg so einen Hals, wenn ich heutzutage Leute sagen höre, "na die hätten sich ja weigern können..."
Gerade in dieser, vom preussischen Hochadel geprägten Zeit, waren Gehorsam und Disziplin Grundsteine, die man nicht einfach ignorieren konnte.
Auch mein Grossvater war ein sehr disziplinierter Mensch und verlangte dies auch von seinen Kindern und Enkeln.
Da er den Rang eines Oberst zierte, kam dies natürlich noch mehr zum tragen.
Auf jeden Fall müssen unbedingt die zeitlichen Umstände in Betracht gezogen werden und man sollte es tunlichst vermeiden, es mit der heutigen Zeit zu vergleichen.

Das der deutsche Soldat in Filmen oft als Idiot dargestellt wird, ist dumm und zeugt von Unwissenheit.
Dummheit ist für mich z.b., wenn ein General seine Jungs durch ein ausgedehntes Waldstück Namens "Hürtgenwald" hetzt und dabei SINNLOS 55'000 Mann verheizt.

Im Gegenteil, die Doktrin der deutschen Wehrmacht war jener der Amerikaner überlegen (ich habe dazu mal einen Thread verfasst, der die Gründe klar schildert).
Der deutsche Landser konnte durch die gute Informationsweiterleitung vom Offizier bis zum Soldaten selbständig handeln und einen gefallenen Offizier bis zu einem gewissen Punkt ersetzen.
Dies wurde in der US Army ganz anders gehandhabt, zudem wusste der gemeine Soldat nur über den jeweiligen Einsatzplan Bescheid, aber nicht über weitere Ziele.
Dies wiederum verhinderte, dass z.b. ein Platoon ohne ihren Leutnant die weiteren Ziele in Angriff nehmen konnte, es brauchte also wieder Befehle von höherer Stelle.

Gruss

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Beitrag von fragz_pain » 12.06.2004, 11:56

sers!

da haste recht! dass die deutsche soldatenausbildung eine der härtesten und besten damals war, ist bekannt! sonst hätten sie in ihrer strategischen lage nie so lange durchhalten können (wenn sich nicht immer wieder ein dummkopf namens hitler eingemischt hätte, wäre deutschland heute wahrscheinlich um einiges grösser!)

klar, die idiologie, für die damals gekämpft wurde, war vollkommen daneben (herrenrasse und so!!!). aber was wolltest du damals als gemeiner deutscher bürger tun? mittelos haus und hof verlassen und ohne jeglichen finanziellen rückhalt in ein anderes land siedeln? dich irgendeiner untergrundgruppe anschliessen und riskieren, dafür umgebracht zu werden?

wenn ich nur dran denke, für was man damals alles bestraft wurde: heftig! so hat ein verwandeter von mir nach n' paar bier :xxx2 die zurückkehrenden neu vereidigten rekruten gefragt, ob sie an den "lappen"(damit war die reichsflagge gemeint) greifen mussten! und wurde daraufhin von der gestapo verhaftet!
ein witz, oder!?! :yyy6
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Beitrag von Krupp » 16.06.2004, 17:05

Salve fraggz

Absolut ein Witz sowas und nur schon daran sieht man, wie hart damals die "Spielregeln" waren.

Mit Hitler hast Du recht, der mischte sich überall ein und verschlimmerte die eh schon schwierige Lage noch mehr!

Da gibt es ja zig Beispiele, wo der GRÖFAZ überall sein "taktisches Können" unter Beweis stellte und dadurch den Truppen nur schadete.

Nun, was will man von einem Gefreiten denn erwarten, aber Er hatte die Macht und das zählte damals :?

Gruss

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Beitrag von tom » 17.06.2004, 10:08

tom fragt:

:?:

Wußtet ihr eigentlich, dass der Schauspieler, der den britische Offizier der 6. Luftlandedivision spielt, der die Brücke mit dem Lastensegler ansteuert, tatsächlich der kommandierende Offizier dieser Aktion war?

Gruß

tom :wink:
Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Es erhebt sich nur die Frage, ob er immer nötig ist. Wehret den Anfängen!!!!!

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Beitrag von Krupp » 17.06.2004, 17:00

Hi Tom

Ne, dass wusste ich nicht, ist aber interessant zu hören.
Da muss ich das nächste mal, wenn ich den Film gucke mal darauf achten.

Wenn wir gerade dabei sind, habt ihr gewusst, dass sich die Szenen der Fallschirmjäger, die in Sainte-Mère-Eglise gelandet waren, sich genau so ereignet hatten?

Also wie z.b. der Typ, der am Kirchenturm hängenblieb oder der, der ins brennende Haus viel.
Das sind alles nachgestellte Szenarien, die auf reellem Hintergrund basieren.

Gruss

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DDAY

Beitrag von DDAY » 09.03.2006, 12:54

Hab mir den Film auch mal wieder genehmigt, einfach der klassiker unter den Filmen.

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Beitrag von Gareth » 01.09.2006, 20:52

-=Slyder=- hat geschrieben:Das war der erste Kriegsfilm, den ich überhaupt gesehen hab.
Bei mir auch. Fand den Fröbe ("Kaffeekanne") damals sehr witzig.
Der Film ist immer noch sehenswert, finde ich, auch wenn er ziemlich klar von seiner Zeit geprägt ist. Hab ihn mir jetzt für 10 Euronen auf DVD gegönnt. Bei der Laufzeit ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Realität ist das, was nicht weggeht, wenn du aufhörst daran zu glauben.

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Beitrag von Krupp » 01.09.2006, 21:26

Hi Gareth

Hast Du den Film in Farbe oder Schwarz/Weiss??

Ich hatte erst nur die schwarz/weiss Fassung, später dann ich die nachgefärbte Version.

Das merkt man übrigens fast nicht, dass er eingefärbt wurde.

Ich sah den Film zum ersten mal 1975 im Kino.
Auf Grossleinwand noch beeindruckender und für uns damals ein echter Hammer.

Gruss

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Ciceri
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Beitrag von Ciceri » 01.09.2006, 21:43

Krupp hat geschrieben: Ich sah den Film zum ersten mal 1975 im Kino.
Auf Grossleinwand noch beeindruckender und für uns damals ein echter Hammer.
Wie alt bist du denn? :shock: ;)da war ich noch nichtmal in der Planung...

Also ist interessant, dass der eine falli wirklich dabei war. aber unrealistisch und deutsche werde wieder gleich dargestellt. da kann ich das buch "5.Jäger-Division" empfehlen, was die Einstellung bestens wiederspiegelt!

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Beitrag von Gareth » 02.09.2006, 20:21

Hab ihn nur in S/W, aber das geht in Ordnung. Gibt's die Farbversion denn auch auf DVD? Dann könnte ich mich ja glatt ärgern.
Naja, bisher wusste ich nicht mal, dass es eine Farbversion gibt.
Realität ist das, was nicht weggeht, wenn du aufhörst daran zu glauben.

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Beitrag von Krupp » 04.09.2006, 20:06

Gareth hat geschrieben:Hab ihn nur in S/W, aber das geht in Ordnung. Gibt's die Farbversion denn auch auf DVD? Dann könnte ich mich ja glatt ärgern.
Naja, bisher wusste ich nicht mal, dass es eine Farbversion gibt.
...das wusste ich eigentlich auch lange nicht, bis ich den Film im TV in Farbe sah :shock:
Zudem hat der Farbfilm Szenen drinn, die der schwarz/weisse nicht hat.
Wollte es zuerst kaum glauben, aber vielleicht ist das der "Directors Cut" :lol: :wink:

@Ciceri
Yo, bin schon ein erfahreneres Gewächs, aber im Geiste und der Einstellung jung geblieben.......aber was ist schon jung? :aaa2

In den Augen eines 85J. Kriegsveteranen bin ich auch jung :wink:

Na klar ist die Falli Szene ein Witz als der Deutsche nur die Schuhsohlen des Ami FJ wegpustete.
Man bedenke mal, dass der Deutsche von unten schoss und somit dem Ami die Füsse und andere Gliedmassen weggepustet hätte.
Auch die Physik scheint da nicht Astrein zu sein, aber solche Szenen sind ja nichts Neues, da darf man drüber :shoot schmunzeln. :wink:

Gruss

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Beitrag von Tovarish » 04.09.2006, 23:40

Natürlich, der Film ist klasse.

Aber wer das Buch gelesen hat, weiß den Film leider nicht mehr so gut zu schätzen.
Allerdings muss man auch beachten, dass man nicht ein komplettes Buch in einen Film packen kann. :wink:
пожалуйста


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