vermieden die Alliierten Winterkriege?

Hier wird über alles diskutiert das in die Zeit des 2. Weltkriegs fällt.
Antworten
Benutzeravatar
sust4fun
Unteroffizier
Unteroffizier
Beiträge: 173
Registriert: 25.04.2010, 12:44
Wohnort: Bayern

vermieden die Alliierten Winterkriege?

Beitrag von sust4fun » 04.05.2011, 16:24

Servus,

man möge mich korrigieren wenn ich falsch läge, aber kann es sein, dass die (West-)Alliierten im Zweiten Weltkrieg Kriegshandlungen im Winter aus dem Weg gegangen sind? (in Europa, Ausnahme Ardennenoffensive, welche natürlich deutscherseits "erzwungen" wurde).
Klar, auch die Deutschen wollten zumindest ihren Plänen nach auch keinen Krieg im Winter, taten es aber trotzdem.

Ich will keinen Vergleich der (West-)Alliierten mit den Achsenmächten oder der Sowjetunion aufstellen,
aber mich würde interessieren, ob tatsächlich "nur" das kalte Wetter und die dadurch viel schlechteren Straßenverhältnisse, resultierende Probleme für die Fahrzeuge, die zusätzliche Winterausrüstung für die Soldaten, die kürzeren Tage usw. die Gründe für die Alliierten waren, einen Winterkrieg zu vermeiden, oder ob doch andere Gründe ausschlaggebend waren?
(Hatten z.B. die Amerikaner mangels Erfahrung Angst, den Deutschen im Winterkampf unterlegen zu sein?)
Viele Grüße
sust4fun


Marc Anton
Major
Major
Beiträge: 814
Registriert: 10.07.2005, 17:09

Re: vermieden die Alliierten Winterkriege?

Beitrag von Marc Anton » 05.05.2011, 12:21

Mh also die Westalliierten haben an vier Kriegswinter teilgenommen - 2 davon in Afrika 40-43 - 2 in Italien 43-45 und halt im Winter 44/45 in Westeuropa (Ardennen usw.)
Das die Winter in Afrika und teilweise in Italien nicht mit denen in Russland oder auch Westeuropa (speziell Belgien im Winter 44/45) vergleichbar sind versteht sich von selbst oder ?
Die Landung von Anzio/Nettuno zbsp. fand im Januar, also im Winter, statt und es war halt Italien und nicht Sibirien :wink:
Ich kann dir also nicht ganz folgen wo oder wann oder wieso du glaubst die US/GB Truppen hätten "Winterkriege" eher vermeiden wollen ?!

In diesem Zusammenhang Hitler im O-Ton gegenüber Mannerheim ...."unsere Bewaffnung ist eine Schönwetterbewaffnung, sie ist sehr tüchtig, sie ist gut, aber sie ist leider eine Schönwetterbewaffnung ... "
Bild

Benutzeravatar
sust4fun
Unteroffizier
Unteroffizier
Beiträge: 173
Registriert: 25.04.2010, 12:44
Wohnort: Bayern

Re: vermieden die Alliierten Winterkriege?

Beitrag von sust4fun » 06.05.2011, 10:45

da hast du schon recht, dass man afrikanische und italienische Winterverhältnisse wohl kaum mit russischen Wintern vergleichen kann.
Vielleicht war meine Frage einfach zu ungenau oder falsch formuliert. Eigentlich geht es mir nur um die Westfront 1944/45. Hatten die Alliierten geplant, den Winter über keine Offensiven zu starten und stattdessen ihre Truppen umzukoordinieren und den Ausbau des Nachschubs voranzutreiben, oder hatten sie vor, ohne zeitliche Verzögerungen ihren Marsch Richtung Osten fortzusetzen? (wobei sie durch die Ardennenoffensive "gestört" wurden)

hat das Hitler wirklich über "seine" Waffen gesagt? Hätt gar nicht gedacht, dass er derart "schlechte" Werbung für deutsche Waffen macht.
Viele Grüße
sust4fun

Marc Anton
Major
Major
Beiträge: 814
Registriert: 10.07.2005, 17:09

Re: vermieden die Alliierten Winterkriege?

Beitrag von Marc Anton » 07.05.2011, 11:53

In diesem Fall denke ich sollte die Zeit genutzt werden um die hohen Verluste von "Market Garden" und "Hürtgenschlacht" auszugleichen. Also eher kein Vormarsch "ohne zeitliche Verzögerungen ....Richtung Osten" .
Bild

Benutzeravatar
Matttheoz
Leutnant
Leutnant
Beiträge: 512
Registriert: 03.03.2007, 22:33
Wohnort: Australien

Re: vermieden die Alliierten Winterkriege?

Beitrag von Matttheoz » 27.06.2011, 10:07

market garden war doch als vorlaeufer eines winteroffensives geplannt. nach dem durchbruch wollten sie das ruhrgebiet einkesseln und weiter nach osten vordringen, was selbstverstaendlich eine winteroffensive mit sich gebracht haette.

aber in grossem und ganzen wurden die angelsachsen im september 44 einfach zum stillstand gekaempft. die schlacht um metz hat es den angelsachsen zuerst gezeigt, dass die deutschen doch nicht kapitulationsreif waren. die truppe berichtete, dass die zivilbevoelkerung in lothringen ploetzlich nicht mehr eine freundliche aufklaerungsquelle darstellte, wie sie im restlichen frankreich gewesen waren. die deutsche truppe leistete erneuten hartknaeckigen widerstand, was jeder ueberrascht hatte, da die propaganda meinte die deutschen waren fertig und die bevolkerung wollte hitler stuerzen. dass das offensichtlich nicht der fall war war ein seelischer schlag fuer die allierte truppe. deutsche demolierungen und festungsgarnisonen in den wichtigsten hafenstaedten hinter der front verursachten ernsthafte versorgungsprobleme fuer die allierten (sie haben anfang september antwerpen eingenommen, doch die deutschen kontrollierten noch bis zum ende november die scheldtinseln, die den kanal dorthin herrschten). mangels treibstoff (sehe redball express) konnten die allierten spitzeinheiten nicht mehr nach plan weiter rollen und das wetter und noetige reparatur von vorwaertigen flugplaetzen hat die kampfkraft ihrer luftkraefte stark zurueckgeschraubt. dazu kam, dass das gelaende der front geeigneter als die flaeche nordfrankreichs zur verteidigung war und der kampf entwickelte sich zu gunsten den deutschen.

heftige schlachten um metz, in den vosgesen, im huertgenwald und in holland haben die allierten einfach zum stehen gebracht. sie wollten weiter kaempfen, doch nach den schweren verlusten zwischen metz und arnheim koennten sie aber nicht und sind dann vernuenftigerweise fuer den winter ueber zur verteidigung gegangen. also, sie haben winterkriege nicht vermieden, hatten aber nicht die gelegenheiten dafuer.
Ich hasse nichts mehr als panzer, die in der Gegend herumstehen. Panzer müssen rollen! - Der Panzergraf, Graf von Strachwitz


Antworten

Zurück zu „2. Weltkrieg (Schlachten, Gefechtsberichte, Biographien und Waffe)“